Olympiasieger Geraint Thomas holt zweiten Sieg

Vor rund 30 000 begeisterten Zuschauern stieg Olympia-Sieger Geraint Thomas am Nürnberger Opernhaus zum zweiten Mal nach 2011 als Gesamt-Sieger der „Bayern-Rundfahrt“ auf das Treppchen. Der Kapitän der britischen SKY-Mannschaft gewann nach fünf Etappen über insgesamt 784 Kilometer mit 19 Sekunden Vorsprung vor dem Schweizer Mathias Frank (Team IAM) und 35 Sekunden vor dem Weißrussen Vasil Kirijenka.

Geraint Thomas holte nach 2011 seinen zweiten Gesamt-Sieg
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Den Tagessieg auf der Schluss-Etappe von Wassertrüdingen nach Nürnberg holte sich nach 160 Kilometern in einem rasanten Massensprint der 23-jährige Ire Sam Bennet ( Team Net-App) vor dem Ukrainer Yauheni Hutarovich (Team AG2r) und dem Holländer Raimund Kreder (Team Garmin). Auch der Gesamtsieg in der Mannschaftswertung ging nach Großbritannien. Das Team SKY war mit Abstand stärkste Mannschaft im Feld. Kapitän Geraint Thomas hatte noch einen weiteren Grund sich zu freuen: „ Das ist mein erster Saison-Sieg, der zeigt, dass meine Form für die diesjährige Tour de France stimmt“. Für den Veranstalter hatte der Sieger großes Lob parat: “Diese Bayern-Tour ist eine sehr schöne und gut organisierte Rundfahrt durch Bayerns schönste Regionen. Wenn es möglich ist, komme ich nächstes Jahr gerne wieder“. Ein Novum in der Geschichte der „Bayern-Tour“ war die schwere Bergetappe, die am zweiten Tag von Freilassing auf die Winklmoss-Alm führte.

G.Thomas rauscht in GELB über die letzten Kilometer der Nürnberger-Altstadt

Bei strömenden Regen feierte dabei der 27-jährige Schweizer Mathias Frank (Team IAM) einen beachtenswerten Solo-Sieg, der ihn zugleich das Gelbe Trikot einbrachte, dass er am vorletzten Tag beim Zeitfahren erwartungsgemäß an Geraint Thomas abgeben musste. Großen Beifall gab es für den unermüdlich kämpfenden Oldtimer Jens Voigt, der letztmals an der Bayern-Rundfahrt teilnahm, die er 200, 2001 und 2004 gewann. Mit einer beherzten Attacke auf den letzten sechs Altstadt-Runden, zeigte Voigt, dass ihn sein großer Kampfgeist trotz seiner 42 Jahre noch immer in Schwung hält. „ Mein Kopf und auch meine Beine sagen mir jedoch, dass es nun an der Zeit ist aufzuhören“, erklärte der lange Berliner, der heuer seine 18-jährige erfolgreiche Profi-Karriere beendet, etwas wehmütig.

Letztes deutsches Rennen - letzte Attacke von Jens Voigt

Besonderen Beifall hatte auch der 23-jährige Jan-Niklas Droste vom bayerischen „Team Heizomat“ verdient, der einen Tag das „Weiße Trikot“ des besten Jung-Profis, drei Tage das „Blaue Trikot“ des besten Sprinters trug und im Einzelzeitfahren als bester Deutscher ganz groß auftrumpfte. Rundfahrtchef Ewald Strohmeier, der mit 100 ehrenamtlichen Helfern wieder für eine perfekte Organisation sorgte, strahlte in Nürnberg mit der Sonne um die Wette: „ Vor dieser herrlichen Kulisse mit den vielen begeisterten Zuschauern wurde die heutige Schlussetappe zum krönenden Abschluss der 35. Bayern-Rundfahrt“.

Jan-Niklas Droste fuhr als bester Deutscher sensationell beim Zeitfahren