Radballer holen den fünften Platz

Bernd und Gerhard Mlady schaffen Einzug ins Finalturnier

Eine Achterbahnfahrt der Gefühle, symptomatisch für die gesamte Bundesligarunde, endete mit strahlenden Gesichtern: Das Radballduo Bernd und Gerhard Mlady (RMC Lohengrin Stein) verteidigte am letzten Spieltag in Kassel den fünften Tabellenplatz und ist damit bei den Saisonhöhepunkten, den beiden Final-Five-Turnieren und der deutschen Meisterschaft, noch im Rennen um Punkte für WM- und Weltcup-Qualifikation.

„Das war für alle Mannschaften eine turbulente Saison wie schon lange nicht mehr, denn im Endspurt ging es für fast alle noch um sehr viel“, lautete das Fazit von Steins Trainer Kurt Mlady, denn der RV Gärtingen löste das Überraschungsteam SV Eberstadt erst am letzten Spieltag an der Spitze ab und unterstrich damit seine Favoritenrolle.

Aus seiner Erleichterung über den für seine Schützlinge erfreulichen Ausgang machte der RCM-Vorsitzende kein Hehl. Dass sich das Glück spät, aber nicht zu spät auf die Seite der beiden Mlady-Cousins schlug, war allerdings nach den beiden „Schlüsselspielen“ gleich zu Turnierbeginn kaum noch zu erwarten.
Häufige Patzer

Ginsheim hatte nach einem 2:1 über Eberstadt, das insgesamt einen schwachen Tag erwischte, die deutlich bessere Ausgangsposition. Die Steiner patzten nämlich wie so oft in ihrem ersten Spiel, hatten allerdings beim 0:3 gegen RV Obernfeld — wie ebenso häufig in dieser Saison — das Schusspech gepachtet. Acht Pfosten- und Lattentreffer waren rekordverdächtig und gegen die gegnerischen Defensivspezialisten, die mit 38 die wenigsten Gegentore in der Liga zuließen, nicht wettzumachen.

„Das hat die Jungs schon ziemlich runtergezogen“, gab der Trainer die bedrückte Stimmung zu, änderte aber nichts daran, dass sie danach ihre Pflichtaufgaben gegen die Absteiger SV Nordshausen (6:0) und RSV Zscherben (6:2) erfüllten.

Die Wende zum Positiven durch das 1:0 von RV Obernfeld über Ginsheim, vor allem durch das überraschende 4:2 von Zscherben über den Steiner Rivalen machte für Kurt Mlady deutlich, was den Sport so unberechenbar und damit interessant macht: „Da spielt man nicht nur selber, sondern die anderen spielen eben auch mit.“

Im speziellen Fall zugunsten und zur großen Freude von Bernd und Gerhard Mlady, während das erfahrene Ginsheimer Duo Roman Müller und Florian Reichert die Enttäuschung verarbeiteten musste, erstmals seit vielen Jahren einen Platz unter den Top fünf im deutschen Radball verpasst zu haben.
Kasten Bier als „Doping“

Ob der für Zscherben im Siegfall vor dem Duell gegen Ginsheim spaßeshalber vom Steiner Trainer ausgelobte Kasten Bier das entscheidende „Doping“ war, spielte danach jedenfalls keine Rolle. Für die Steiner, die sich am Tag darauf problemlos fürs Finale um den Deutschlandpokal U23 qualifizierten und ihren Titel als Europacupsieger U23 verteidigen wollten, war ohnehin nur wichtig, dass eine keineswegs optimal verlaufene Bundesligaspielzeit versöhnlich zu Ende gegangen war.

Tabelle (Endstand):

1. RV Gärtringen 53 Punkte
2. SV Eberstadt 49 Punkte
3. RV Obernfeld 46 Punkte
4. SV Ehrenberg 43 Punkte
5. RMC Lohengrin Stein 36 Punkte
6. RSG Ginsheim 35 Punkte
7. KSC Leipzig 24 Punkte
8. RSV Waldrems 23 Punkte
9. RC Oberesslingen 22 Punkte
10. RSV Zscherben 22 Punkte
11. SV Kassel-Nordshausen 15 Punkte
12. LRV Cottbus 9 Punkte