Das Ziel ist die Weltmeisterschaft

Die Steiner Radballer geben sich vor dem Bundesligastart angriffslustig

Für die Radballer Bernd und Gerhard Mlady vom RMC Lohengrin Stein gilt nach der Aufstiegseuphorie 2011 und dem „Lehrjahr“ 2012 in der dritten Bundesliga-Saison, die am 19. Januar mit dem Spieltag beim RV Obernfeld startet, die Devise von Trainer Kurt Mlady: „Wir wollen mit neuem Elan angreifen und sind von Anfang an auf Vollgas eingestellt.“
Bernd Mlady, der impulsive Feldspieler vom RMC Lohengrin Stein, hält nicht viel von Zurückhaltung; auf dem Spielfeld nicht und verbal auch nicht. „Ich möchte zur WM nach Basel“, lautet sein Ziel, fit sei er, fühle sich gut. Natürlich weiß er, dass er sich weit aus dem Fenster lehnt, dass die nationale Konkurrenz stark und in der Spitze sehr ausgeglichen ist. Dass speziell der RV Gärtringen wegen der im Vorjahr in letzter Sekunde verpassten WM-Teilnahme und der von ihm sogar etwas stärker eingeschätzte SV Eberstadt, der „nur“ mit WM-Bronze nicht zufrieden war, hochgesteckte Erwartungen in der Bundesliga hegen.
Aber: „Wir sind locker drauf“, sagt er nach einer nahezu optimalen Vorbereitung mit zwei Siegen bei international besetzten Turnieren.
Wer bei der Generalprobe, einer Art WM-Revanche in Frauenfeld/Schweiz, gleich alle drei Medaillengewinner schlägt — Weltmeister RS Altdorf/Schweiz in den Gruppenspielen, Vize RC Höchst/Österreich im Halb- und dann auch noch den WM-Dritten Eberstadt im hochklassigen Finale — braucht in der Tat sein Licht nicht unter den Scheffel zu stellen. „Zufrieden darf man zwar nie sein“, räumt Bernd Mlady ein, bei ihm überwiegt jedoch die Hoffnung, „dass wir unser Selbstvertrauen, gepusht durch die Turniererfolge, auch in der Saison bestätigen.“

Dass die beiden jungen Steiner wesentlich besser spielen können, als sie es lange Zeit in der vergangenen Spielzeit gezeigt haben, dass sie den Vergleich mit der Weltelite nicht zu scheuen brauchen, verhehlt auch Cousin Gerhard Mlady nicht. Mit Prognosen hält sich der Torwart mit Bedacht zurück; „ein guter Platz bei der DM“, also einer auf dem Treppchen nach Rang vier 2012, mehr ist ihm nicht zu entlocken. „Keine Ahnung“ hat er, warum es im letzten Drittel der Saison 2012 und vor allem jetzt in der Vorbereitung so gut geklappt hat. „Vielleicht haben wir effektiver trainiert, an den Details gearbeitet, speziell an Eckbällen, die nicht gerade unsere Stärke waren“, sagt er. Wichtiger jedoch sei die positive Stimmung, „das Klima untereinander. So kann es weitergehen“.

Ob das gelingt, ob die Trainer-Vorgabe Vollgas gleich vom ersten Spieltag an realisiert werden kann, wird sich an den sechs Spieltagen ab Samstag in Obernfeld zeigen. Wissen doch das Spielerduo und erst recht das Trainerduo Kurt und Peter Mlady, dass der Kampf um Punkte im Liga-Alltag unter ganz anderen Vorzeichen steht als die Vorbereitung. Das Plus an Erfahrung und die jüngsten Leistungen sind zumindest eine gute Basis und sollen dazu beitragen, dass, so Trainer Kurt Mlady, „der ganz weit hinten im Kopf angesiedelte Traum von der WM-Teilnahme in Basel“ möglichst lange ein realistisches Ziel bleibt.

Höhepunkt aus Steiner Sicht ist das „Heimspiel-Doppel“ am 23. März in der Sporthalle Am Weihersberg. Parallel zum dritten Spieltag der Radballer, bei dem den Zuschauern die spektakulären, oftmals artistisch anmutenden Aktionen der deutschen Elite geboten werden, findet ein Spieltag der Radpolo-Bundesliga der Frauen statt, bei dem sich Monika und Sonja Mlady als Aufsteiger dem Publikum vorstellen. Die beiden Schwestern vom RMC Lohengrin sind übrigens das erste Duo aus Bayern, das jemals den Sprung in die oberste Liga geschafft hat und sowohl das Können als auch den Ehrgeiz besitzt, sich dort dauerhaft zu etablieren.

Radball-Bundesliga: Gruppe I: Lohengrin Stein, Ehrenberg, KSC Leipzig. – Gruppe II: RV Obernfeld I, Obernfeld II, RC Iserlohn. – Gruppe III: RC Oberesslingen, RV Gärtringen, Denkendorf. – Gruppe IV: SV Eberstadt, RSG Ginsheim, RSV Waldrems.