Top-Favorit Walter vor Pechvogel Körber

Mit dem „ 4. Radsport-Duschl-Cross-Cup“ sorgte der RC Herpersdorf einen Tag vor Silvester für einen gelungenen Jahresausklang der fränkischen Radsportszene. Auf der bewährten 1,6km-Runde am Reichelsdorfer Keller kämpften rund 80 Teilnehmer in verschiedenen Klassen um den letzten Sieg dieses Jahres. Guten Anklang fand bei Zuschauern und Teilnehmern ein „Duathlon-Cross-Rennen“, das erstmals zusätzlich ausgetragen wurde.

Gelungene Duathlon-Cross-Premiere am Keller

Fast hätten die fränkischen Fans am letzten Renntag des Jahres noch den Sieg eines Lokalmatadors feiern können. Der 28-jährige Katzwanger Sebastian Körber (Team Abus-Nutrixxion) war beim Hauptrennen der Männer-Eliteklasse der große Kämpfer des Tages. Gefolgt vom Top-Favoriten Michael Walter (Team Gunsha), der vor zwei Wochen den AAN-Cross-Cup des RC Wendelstein gewann, stürmte Körber ab der ersten Runde dem Feld unaufhaltsam davon. Der Vorsprung der beiden Spitzenreiter wuchs von Runde zu Runde. Als einziger Verfolger schaffte nur noch Severin Schweisguth, ein Teamkamerad von Michael Walter, drei Runden vor Schluss den Anschluss zur Spitze. Zum nun erwarteten gemeinsamen Angriff der beiden Cross-Spezialisten gegen Sebastian Körber sollte es jedoch nicht kommen. Severin Schweisguth musste in der vorletzten Runde resigniert vom Rad steigen, nachdem ihn der Verschluss am rechten Schuh gerissen war. Noch größeres Pech hatte 200 Meter vor dem Ziel Sebastian Körber, als ihn in der letzten Kurve das Vorderrad wegrutschte. „Ich konnte zwar noch einen Sturz vermeiden, doch ich verlor dabei sofort einige Meter und meinen Schwung“, ärgerte sich der vielseitige Allrounder, der sich ohne diesen „Ausrutscher“ mit Michael Walter sicher ein heißes Sprint-Finale geliefert hätte.

Michael Walter u. Sebi Körber gaben den Ton an

Gute Form allein genügt beim Cross-Sport nicht. Man braucht auch immer das nötige Quäntchen Glück, um am Ende noch vorne dabei zu sein. Diese Erfahrung mussten am Sonntag alle Teilnehmer machen, nachdem die Strecke nach einem Regenschauer sehr schwer zu fahren war. Grischa Janorschke, der sein letztes Rennen im Trikot des Profi-Teams Net-App fuhr, ging auf den glitschigen Abschnitten des Kurses zwar mehrfach zu Boden, doch der zähe Altenkunstädter kämpfte sich Runde um Rund eisern wieder nach vorne und stand am Ende als strahlender Dritter auf dem Treppchen! Vom Sturz- und Defektpech reichlich verfolgt wurde auch Organisator und Sponsor Christoph Schwerdt, der es sich nicht nehmen ließ selbst teilzunehmen. Auch Tobias Dohlus (AAN-Racingteam/RC Wendelstein) und der Katzwanger Profi Holger Burkhardt (Team Abus-Nutrixxion) ließen sich von Stürzen und Defekten nicht entmutigen. Ihr Einsatz wurde mit den Plätzen sieben und zehn belohnt.
Überragender Mann war im Rennen der Senioren der 44-jährige Reutlinger Rainer Stoll (VfL Pfullingen), der einen unangefochtenen Solo-Sieg vor Georg Preisinger (Gunsha-Racing-Team) und dem starken Wendelsteiner Michael Fuchs nachhause fuhr. Spontanen Beifall erhielt Anna Knauer (RSC Hildesheim), die als einzige weibliche Teilnehmerin gemeinsam mit den Männern der U19 und den Senioren startete - und sofort an die Spitze stürmte! „ Ich hatte einfach Angst im Pulk die erste Runde zu fahren, deshalb mein Blitzstart“, gestand die 18-jährige Junioren- Europameisterin die mit einigen Cross-Starts ihre Kondition für die Winterbahn-Rennen der nächsten Wochen testete. Ein erster gelungener Test nach längerer Krankheitspause war das Rennen der U17 für Michael Schübel vom RC Herpersdorf, der den zweiten Platz belegte.

Rainer Stoll Solosieger der Senioren

Ein ungewohntes Bild erlebten die Radsport-Fans am Keller beim ersten „Duathlon-Cross“ an dem sich rund 30 Starter beteiligten. “Duathlon und Radrennsport sind zwar verschieden, doch eines haben wir gemeinsam, wir sind alle gleich verrückt“, erklärte einer der Teilnehmer, die im Wechsel mit und ohne Rad ihre schnellen Runden absolvierten. Nach drei Lauf- und vier Radrunden gewann Claus Regenberg (TSV Zirndorf) vor Elmar Daubenmerkl ( Tri-Star Regensburg) und Alexander Nikolopoulus ( TV Bad Orb). Bei den Frauen war Amja Birner vom Twin-Team Neumarkt nicht zu schlagen.

Abschließend muss man nach dem gelungenen Herpersdorfer- und den drei Wendelsteiner Cross-Rennen beiden Vereinen und ihren fleißigen Helfern großes Lob aussprechen. Der sehr reizvolle Cross-Sport hat durch ihren Einsatz am Reichelsdorfer Keller eine neue Heimat gefunden. Und die Cross-Spezialisten kommen gerne zur Nürnberger Radrennbahn, denn das haben sie den Bahn-Cracks und den Stehern voraus: Das Wetter stört sie überhaupt nicht!

Manfred M a r r