Cross am Reichelsdorfer Keller

Gelungene Cross-Premiere „am Keller“ regt zu weiteren Überlegungen an

Nicht auf der schnellen 400m-Piste, sondern im Innenraum und rund um die Rennbahn, rund 40 Radsportler und zahlreiche Hobby-Radler am Reichelsdorfer Keller. Auf einer 1,8km langen Strecke mit Laufpassagen, Treppen und Hindernissen, wurde der „Marinbikes-Cross-Cup“ des VfR Herpersdorf ausgetragen. Erstmals war dabei das Sportgelände am Reichelsdorfer Keller Schauplatz einer Cross-Veranstaltung. Nach einigen Wettbewerben für Hobby-Läufer und Hobby-Radler war das Hauptrennen der Männer-Eliteklasse Höhepunkt des ungewöhnlichen Renntages. Überragender Teilnehmer war dabei Peter Presslauer (Team Vorarlberg-Corratec), der sich souverän den Sieg vor Christopher Maletz ( Team White Rock) und Thomas Lechermann (Team Baier Landshut) holte. „Eine schöne aber auch sehr schwere Strecke“, strahlte der vierfache Cross-Meister Österreichs im Ziel und begeistert fügte er hinzu: „Hier würde ich auch im nächsten Jahr gerne wieder starten“. Ebenso begeistert urteilten die fränkischen Radsportfans, die von den Zuschauerrängen rund 70% der gesamten Strecke sehr gut überblicken konnten. „Das waren heute wirklich tolle Rennen! Wieso ist man auf diese Idee eigentlich nicht schon früher gekommen?“, fragten sich die getreuen Radsportfreaks.

Sieger Peter Presslauer (vorne)

Über die rundum gelungene Cross-Premiere freute sich am meisten Organisator Christoph Schwerdt, der mit den Jugendlichen des VfR Herpersdorf die anspruchsvolle Cross-Strecke vorbereitet hatte. „Zwei Wochen lang war ich dazu fast täglich „am Keller“, sagt der bayerische Straßen-Vizemeister, der es bedauerte, bei „seinem Rennen“ nicht selbst starten zu können. Viel wichtiger war es Christoph Schwerdt mit seinem Engagement etwas gegen die negative Entwicklung zu unternehmen: „Der Radsport hat in den letzten beiden Jahren sehr gelitten, die Teams und die Veranstaltungen werden weniger. Auch der Cross-Sport war in unserer Region einst zu hause. Da muss von den Vereinen tatkräftig gegengesteuert werden“, betont Christoph Schwerdt, der mit dem Radhersteller „Marin-Bikes“ einen großzügigen und begeisterten Sponsor fand. Gemeinsam mit Bayerns Straßenfachwart Florian Körber hat Christoph Schwerdt die erste Cross-Veranstaltung „am Keller“ geplant und vorbereitet. Florian Körber, der als Jugendlicher einst erfolgreich für die RSG Nürnberg startete, hatte im Sommer die Idee das Gelände der Rennbahn einmal ganz anders zu nutzen. Der 29-jährige Schwabacher - seit Jahren vielseitiger Kommissär im Bayerischen Radsportverband und im Bund Deutscher Radfahrer - hat für die Zukunft noch einen ähnlich interessanten Vorschlag: „Der Trend geht bei Jugendlichen inzwischen immer mehr vom traditionellen Radrennsport zum Mountainbike-Sport. Dabei dürfen wir nicht unbeteiligt zusehen. Vor allem am Reichelsdorfer Keller lässt sich noch mehr für den Radsport tun“, sagt Florian Körber, der sich gut vorstellen kann, dass man auf dem Gelände der Radrennbahn auch einen Parcours für spezielle Mountainbike-Wettbewerbe erstellen kann: „Daneben dürfen die bisherigen Abendrennen und die Steherrennen natürlich nicht zu kurz kommen. Wir müssen jedoch künftig eine vielseitigere Palette anbieten und noch viel mehr und enger mit dem Schulsport kooperieren“. Andreas Zentara, seit drei Jahren Bahnchef am Reichelsdorfer Keller, zeigt sich dazu sehr aufgeschlossen: „Die großartige Cross-Premiere hat gezeigt, dass wir das Gelände der Rennbahn noch viel mehr und vielseitiger nutzen sollten. Auch andere Radsportaktivitäten wären neben unseren traditionellen Bahn- und Steherrennen eine willkommene Bereicherung, die wir vom Verein Sportplatz begrüßen und gerne unterstützen“.

Manfred M a r r