Erfolgreiches Geschwisterpaar

Nadja und Timo Pries überzeugen international im BMX- und Downhill-Fahren
Punktgenau haben die Geschwister Nadja und Timo Pries zuletzt ihre guten Trainingsleistungen abgerufen. Während sich Timo Pries beim IXS European Downhill Cup in Willingen/Sauerland durch den Schlamm schlug, sicherte sich seine Schwester Nadja bei der BMX Weltmeisterschaft in Medellin/Columbien das Ticket für die Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro.
Die Europaserie des IXS Downhill Cup gastierte erstmalig in Willingen und seit 2012 auch zum ersten Mal wieder in Deutschland. Etwa 350 Downhill-Fahrer aus 23 Nationen folgten der Einladung. Willingen konnte sich in der etwas weiter zurückliegenden Vergangenheit einen Namen durch die wiederholte Austragung des Weltcups machen. Der Kurs am Ettelsberg gehört zwar sicherlich nicht zu den längsten, aber hat auf den 1650 Metern mit knapp 300 Höhenmetern viel Potenzial. Nachdem bereits in den letzten beiden Jahren der iXS German Downhill Cup auf ihm ausgetragen wurde, sollte diesmal das Level etwas erhöht werden. So wurden einige neue Linien angelegt und die Bikeparkstrecke hin zu einem renntauglichen Kurs mit Sprüngen, Wurzelpassagen und Wiesenkurven verändert.
Regen bremst die Fahrer
So abwechslungsreich die Strecke war, so vielfältig waren auch die Wetterbedingungen. Mitten in der Qualifikation änderten sich die Verhältnisse durch heftigen, etwa eine Stunde andauernden Niederschlag. In der Elite Men Klasse hatten viele mit den geänderten Bedingungen zu kämpfen. Insbesondere der letzte Teil mit Wiesenkurven bereitete große Schwierigkeiten, so dass einige Fahrer an der Zwischenzeit noch weit vorn lagen, sich dann aber mit viel Rückstand abgeschlagen weiter hinten klassifizierten. Timo Pries meisterte diese schwierigen Bedingungen hervorragend und zeigte mit einem neunten Platz in der Gesamtwertung und als Drittbester Deutscher des Seeding Runs mit einer Zeit von 2:24 am Samstag, dass er auch auf Europa-Ebene vorne mitmischen kann. Der spätere Sieger Johannes Fischbach (GER) kam mit einer Zeit von 2:19 über die Ziellinie.

Nur die besten 35 Fahrer durften tags darauf im Superfinal gegeneinander antreten. Alle anderen fahren das B-Finale heraus. Im Superfinal waren die Wiesenkurven zwar immer noch sehr nass aber der Rest der Strecke trocknete doch etwas ab, was sich sofort an den Zeiten bemerkbar machte. Wiederum siegte Fischbach. Mit einer Zeit von 2:12 konnte er seine Leistung vom Vortag um 7 Sek. verbessern. Auch der RC 50 Fahrer Pries steigerte seine Leistung um 4 Sek. und ging diesmal als viertbester Deutscher über die Ziellinie und sicherte sich im Gesamtklassement den 27. Rang. Die RC 50-Fahrer/innen belegten im B-Finale folgende Plätze: Wolfi Eyshold Rang 40, Silja Fröhlich Rang 20 und Elisa Schwemmer Rang 19.

In der Enduro Serie, die zeitgleich in Willingen stattfand, erreichte Maximilian Gast vom RC 50 Erlangen von knapp 60 Fahrern als fünftbester Deutscher einen hervorragenden elften Rang obwohl in der letzten von sechs Stages Probleme hatte und nur als 34. gewertet wurde.

Wie berichtet fand zeitgleich in Medellín/Kolumbien die BMX-WM statt. Hier hat es Nadja Pries geschafft, sich für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro zu qualifizieren.
Olympia-Chance für Schmidt

Die deutschen Männer Luis Brethauer (BMX Team Cottbus) und der Erlanger Julian Schmidt — der auch für Cottbus startet — waren dort ebenfalls am Start. Sie hatten aber bereits vor der WM einen Rio-Startplatz so gut wie sicher. Für Brethauer reichte es nur zu Platz 50. Schmidt konnte mit seinem Einzug ins Viertelfinale bis auf Rang 18 fahren, musste sich dort aber der starken Konkurrenz geschlagen geben.

Es wird also bei den Männern und im Frauenwettbewerb jeweils ein Starter des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) an den Spielen teilnehmen. Welche beiden deutschen BMX-Sportler in Rio starten werden entscheidet der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) in seiner zweiten Nominierungsrunde am 28. Juni.

Spannende Strecke: Timo Pries auf dem Kurs in Willingen