Die Schwarzwald-Hänge mutig bezwungen

DM im Downhill: Timo Pries vom RC 50 fährt nur knapp an den Top Ten vorbei, Platz zwei für Kim Schwemmer
Bad Wildbad war am Wochenende erneut Gastgeber für die Deutschen Meisterschaften im Downhill. Auch der RC 50 Erlangen war mit den Schwestern Kim – sie wurde Zweite – und Liz Schwemmer, Marco Ebner, Wolfgang Eysholdt, Felix Stieber und dem auf Rang elf platzierten Timo Pries erfolgreich vertreten.
Bereits zum 21. Mal wurde die Deutsche Meisterschaft in der Disziplin Mountainbike Downhill ausgetragen. Für dieses prestigeträchtige Rennen erhielt der kleine Kurort Bad Wildbad den Zuschlag und die nationale Meisterschaft kehrte zum 6. Mal in ihrer Geschichte in den Schwarzwald, auf die wohl schwierigste Strecke Deutschlands, zurück.
Etwa 450 Teilnehmer aus 13 Nationen hatten sich für das Rennen des iXS German Downhill Cups eingefunden. In diesem Rahmen wurden neben der Wertung zur Serie auch unter allen Fahrern mit deutscher Lizenz die Deutschen Meister des Jahres 2013 ausgefahren.
Durch Felsen und Wurzeln
Wie bei jedem Rennen ging es am Freitag mit dem Track Walk los, bei dem die Teilnehmer bei die Strecke schon einmal zu Fuß besichtigen konnten. Ihnen bot sich ein extrem schwieriger und harter Kurs, bestehend aus felsigem und steinigem Untergrund, der durch Wurzelpassagen und Highspeed-Sektionen komplettiert wurde. Die besonders trockenen und somit sehr staubigen Verhältnisse machten es gerade auf den Felsen äußerst glatt. Auch wenn die Streckenlänge mit nur 2,1km und 250 Höhenmetern nicht unbedingt extrem wirkt, ist sie wohl einzigartig in Deutschland und ihr Anspruch wird einer solchen Meisterschaft mehr als gerecht. Anschließend stand das Freie Training auf dem Programm bevor dann am Samstag nach dem Pflichttraining der Seeding Run angesetzt war.
Bei diesem ersten zeitgemessenen Lauf konnten schon einmal einige ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen. Auch die Erlanger konnten hier, bedingt durch die schwer einzuschätzenden Streckenverhältnisse, nicht ihre hundertprozentige Leistung abrufen, da das Sturzrisiko bei den Verhältnissen sehr hoch war. Dies bekam auch Timo Pries zu spüren. Am Zielsprung rutschte ihm das Hinterrad weg und auch er kam zu Sturz, konnte jedoch trotzdem noch als 35. das Ziel erreichen. Wolfgang Eyshold belegte Rang 34, Ebner und Stieber erfuhren die Plätze 94 und 106. In der Elite women Klasse gingen bei diesen schwierigen Bedingungen nur neun Fahrerinnen an den Start. Die Schwestern Kim und Liz Schwemmer stellten sich der Herausforderung und belegten im Seeding Run die Ränge drei und fünf.
Strecke forderte Tribut
Am Finaltag waren die äußeren Bedingungen nahezu perfekt. Sonnenschein und fast schon heiße Temperaturen waren ein Garant für viele Zuschauer und eine ausgelassene Stimmung an der Rennstrecke. Aber die selektive Strecke forderte ihren Tribut, viele Fahrer kamen gar nicht an oder waren weit abgeschlagen. Auch die ganz großen Favoriten waren betroffen. Beispielsweise musste sich Guido Tschugg mit dem 103. Platz zufrieden geben und auch der Deutsche Meister von 2011, Benny Strasser, stürzte und musste sich weit nach dem 100. Platz einreihen.
Umso lobenswerter zeigten sich in dem Finallauf die Erlanger Fahrer. Stieber verbesserte sich um mehr als 20 Plätze und fuhr auf Rang 64. Wolfgang Eysholdt konnte sogar den 16. Platz für sich gut machen und für Timo Pries reichte es sogar fast zu eine TopTen-Platzierung. Mit Rang elf brachte er einen sicheren und sturzfreien Lauf ins Ziel. „Bei solchen Bedingungen ist es verdammt schwer an sein Limit zu gehen und hundert Prozent der Leistung auf die Strecke zu bringen, da das Sturzrisiko gewaltig ist“, so Pries.
Für Kim Schwemmer ging es wiederum um einen Podestplatz, wie schon im Seeding Run. Sie gab alles auf der Strecke, aber mit Bedacht. Auch sie kam sturzfrei ins Ziel und konnte somit den Titel der Deutschen Vizemeisterin holen. Ihre Schwester Liz belegte Rang fünf.

Timo Pries auf der schwersten Downhill-Strecke Deutschlands.