Werner Löw wurde am 28. August 80 Jahre

Werner Löw - Herpersdorfer Radsport-Legende der 1950er-Jahre - feierte am 28. August seinen 80. Geburtstag. Der rüstige Jubilar, der als 14-Jähriger sein erstes Rennen fuhr, zählte von 1952 bis 1957 zu den erfolgreichsten deutschen Radsportlern. Auf Bahn und Straße erkämpfte er mehr als 200 Siege und gewann sieben deutsche Meistertitel. „Meine Radsportkarriere begann 1949 mit einem Sturz beim meinem ersten Rennen und sie endete nach acht Jahren leider relativ früh nach einem noch schwereren Sturz“, erinnert sich der rüstige Jubilar, der als Jugendfahrer zunächst zwei Jahre das damals rotweiße Trikot des „Tourenklubs Nürnberg“ trug, bevor er sich 1951 dem RC Herpersdorf anschloss.

1953 holte Werner Löw mit 18 Jahren seinen ersten DM-Titel

Mit dem Team des RC Herpersdorf wurde Werner Löw, der auch ein gutes Dutzend bayerische Meisterschaften gewann, 1952 und 1953 Deutscher Jugend-Mannschaftsmeister auf der Strasse. Auch auf der Bahn zeigte er als spurtgewaltiger Allrounder sehr eindrucksvoll sein Können. 1953 erkämpfte er sich bei den Junioren souverän den deutschen Meistertitel im Sprint! Seine Erfolgsserie bei Deutschen Meisterschaften setzte Werner Löw in seinem ersten Amateur-Jahr lückenlos fort. Mit seinem drei Jahre älteren Vereinskameraden Fritz Neuser gewann er 1954 den DM-Titel auf dem Tandem, den beide 1955 erfolgreich verteidigten.

1954 und 1955 waren Neuser-Löw nicht zu schlagen

Seine größte Enttäuschung erlebte Werner Löw, als der Verband 1956 Fritz Neuser nicht mit ihm, sondern mit dem Schweinfurter Sprintermeister Günther Ziegler für die Olympischen Tandem-Rennen in Melbourne nominierte. „Ich war damals so enttäuscht, dass ich mit dem Radsport aufhören wollte“, erzählt Werner Löw. Doch soweit kam es Gott sei Dank nicht, denn Werner Löw´s Ehrgeiz war noch größer als die Enttäuschung: Mit seinem erst 20-jährigen Vereinskameraden Holger Hermann fand er einen neuen Tandem-Partner, mit dem er eisern trainierte; wobei nun Werner Löw als Steuermann Regie führte. Bei der Deutschen Tandem-Meisterschaft in Köln sorgte das neue Herpersdorfer Tandem Löw/Hermann, dass sich ungeschlagen bis ins Finale durchkämpfte, für eine riesengroße Überraschung. Im mitreißenden Finale schlugen Werner Löw und Holger Hermann die beiden Top-Favoriten und Olympia-Teilnehmer Neuser-Ziegler! „Das hat mich einigermaßen über die entgangene Olympia-Teilnahme hinweg getröstet“, erinnert sich Werner Löw, der 1956 zusammen mit Georg Singer, Willi Renn und Fritz Neuser auch den Deutschen Meistertitel im Bahn-Vierer gewann. 1957 fand Werner Löw zu seinem früheren Tandempartner Fritz Neuser zurück. Gemeinsam wollten beide wieder an ihre früheren Erfolge anknüpfen, als sie bei der Deutschen Meisterschaft in Friesenheim als Top-Favoriten an den Start gingen. Doch es sollte ihre letzte DM-Teilnahme werden: Nach einem sehr schweren Sturz wurden Werner Löw und Fritz Neuser mit erheblichen Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. „ Danach stand für mich fest, dass ich meine Karriere beenden werde und mich in Zukunft nur noch um meine berufliche Weiterbildung kümmern werde“, erzählt Werner Löw, der dem RC Herpersdorf jedoch bis heute eng verbunden blieb. Viele Jahre fungierte er als Fachwart und als 2. Vorsitzender des Vereins. Jahrzehntelang gab er dabei seine reiche Erfahrung als Trainer und Betreuer an den Nachwuchs des RCH weiter. Auch an seinen Sohn Robby, der als mehrfacher bayerischer Meister erfolgreich in seine Fußstapfen trat und 1983 deutscher Tandemmeister der Junioren wurde.
Ein sehr schwerer Schlag war es für Werner Löw, als der RC Herpersdorf rund zehn Jahren nach seiner Pleite mit einer Tennishalle insolvent und aufgelöst wurde. Um den Sportbetrieb aufrecht zu halten gründete man damals „VfR-Herpersdorf“. In den folgenden Jahren machte Werner Löw seinen Namen alle Ehre. Wie ein Löwe kämpfte er viele Monate beim Registergericht darum, dass der „VfR-Herpersdorf“ den alten traditionsreichen Vereinsnamen bekam. „Werner Löw und seinem enormen Einsatz ist es zu verdanken, dass es wieder und noch immer einen RC Herpersdorf gibt“, lobt Jan Puschmann, der 1. Vorsitzende des RCH, den agilen Altmeister, der an seinem 80. Geburtstag vor allen seinen größten Wunsch äußerte: „ Am meisten freuen würde es mich, wenn ich es noch erleben dürfte, dass der RC Herpersdorf wieder einen Deutschen Meister in seinen Reihen hat!“

Manfred Marr

1956 sorgten Löw-Hermann für eine Sensation bei der Tandem-DM