Tourenklub-Chef Rudolf Pühringer wird 70

Als Rudolf Pühringer vor einem Jahr seine lange Karriere als Schrittmacher beendete, hatte er gehofft, dass nun eine „ruhigere Zeit“ beginnt. „Da habe ich mich jedoch gewaltig getäuscht“, stellt der Schwabacher Radsport-Idealist fest, der am 13. November seinen 70. Geburtstag feierte. Als 1. Vorsitzender des Tourenklubs - dessen Führung er 1998 von dem unvergessenen Manfred „Mecki“ Wagner übernahm - als Funktionär und eifriger Mitarbeiter am Reichelsdorfer Keller ist Rudolf Pühringer nach wie vor unermüdlich für den Radsport im Einsatz. „Rudi ist Radsportler mit Leib und Seele. Er zählt zu den Wenigen, die jederzeit zuverlässig zur Stelle sind, wo immer für unseren Sport Leute gebraucht werden“, lobt Bahnchef Andreas Zentara den stets hilfsbereiten Jubilar, der in den Sommermonaten fast täglich „am Keller“ anzutreffen ist. Zusammen mit Horst Dietrich, mit Schrittmacher-Legende Dieter Durst und dem einst erfolgreichen Herpersdorfer Allrounder Herbert Held sorgt Rudolf Pühringer dafür, dass sich die Räder bei den Stehern und Schrittmachern drehen. „ Wir kümmern uns um alle Motore, um das gesamte Material und natürlich auch um die neuen Schrittmacher und Steher. Zu tun gibt es da immer reichlich“, weiß Rudolf Pühringer, der den Neulingen des Stehersports beim Training und bei sämtlichen Rennen mit seiner reichen Erfahrung gerne zur Verfügung steht.

Durst u. Pühringer zwei Urgesteine des Stehersports am Keller

Für Rudolf Pühringer, der sich 1960 als 16-Jähriger dem Tourenklub Schwabach anschloss, ist es bis heute selbstverständlich, dass er den größten Teil seiner Freizeit für den Radsport opfert. „ Von opfern kann da keine Rede sein“, widerspricht er bei diesem Lob und betont: „ Es macht mir einfach Spaß, für den Verein, den Bezirk, für die Radsportjugend und für die Radrennbahn am Reichelsdorfer Keller da zu sein. Der Radsport ist eine der schönsten Sportarten, meine Leidenschaft und mein ganz großes Hobby“. Pühringers eigene Karriere als Junior und Amateur war aus beruflichen Gründen nur relativ kurz. Doch auch nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn blieb er „seinem Trourenklub“ treu, bei dem er in rund 50 Jahren eine Vielzahl an Aufgaben übernahm. Als Volkssportwart, als Kampfrichter, Materialwart, Sportleiter, Kassier, als zweiter und erster Vorsitzender des Vereins war Rudolf Pühringer im Einsatz. Bis 2001 sorgte er mit seinen Getreuen beim beliebten „Statdparkrennen“ alljährlich für perfekte Organisation und beste Besetzung. Unter seiner Regie veranstaltete der Tourenklub Schwabach viele Jahre erfolgreich eine Touristik-Fahrt des „Mittelfranken-Cups“ . Bei den Steher- und Derny-Rennen war Rudolf Pühringer 30 Jahre lang als Schrittmacher ein gefragter Mann. Zahlreiche Steher-Neulinge sammelten in seinem Windschatten ihre ersten Erfahrungen.

Pürhringer-Körber Bayernmeister 2010

Die nötige Zeit um sich selbst begeistert in den Sattel zu schwingen nimmt sich der Tourenklub-Chef noch immer mehrfach pro Woche. „ Das brauche ich um fit zu bleiben“, sagt er und fügt hinzu: „Rund um Schwabach gibt es so viele herrliche Ecken, die man erst mit dem Fahrrad richtig entdecken kann“. Dabei erkundet Rudolf Pühringer stets neue schöne Rund-Strecken für die Wanderfahrten, des Tourenklubs. „ Die Wanderfahrten sind eine alte Tradition, aus der unser Verein 1897 einst entstanden ist. Schon deshalb werden wir sie auch künftig regelmäßig durchführen, zumal sie ebenso beliebt sind wie unsere Wanderungen in den Wintermonaten“. An seinen „Radsport-Ruhestand“, denkt Rudolf Pühringer auch mit 70 Jahren noch lange nicht. „ Ohne meine Arbeit im Verein und am Reichelsdorfer Keller würde ich mich doch gar nicht wohl fühlen“, gesteht der Jubilar schmunzelnd.

Manfred M a r r