Radsportidealist Manfred wird Ruder 70 Jahre

Seit 1958 unermüdlich für den Radsport und „die UNION“ im Einsatz

Seit 55 Jahren ist Manfred Ruder, der am 25. Februar seinen 70. Geburtstag feiert, als begeisterter Radsportler Mitglied des „RV Union 1886 Nürnberg“, den es ohne ihn wohl kaum noch geben würde. „ Dass ich da so lange hängen bleibe, hätte ich mir nie träumen lassen, erinnert sich der Jubilar, der einst als Jugendlicher und Amateur zu Bayerns besten Allroundern zählte. „Es waren ein paar schöne Erfolge dabei, zwar keine ganz großen Siege, doch es hat es mir immer viel Spaß gemacht“, sagt Manfred Ruder der seine Radsportkarriere bereits nach sechs Jahren schweren Herzens aus beruflichen Gründen beendete. „Seiner Union“ blieb Manfred Ruder jedoch bis heute weiterhin treu. In über fünf Jahrzehnten war er als Trainer, Betreuer, Mechaniker für die jungen Radsportler des Vereins im Einsatz. Ein Jahr nach dem 100-jährigen Jubiläum des ältesten fränkischen Radsportvereins übernahm er 1987 zusätzlich das Amt des 1. Vorsitzenden. „ Damals habe ich gedacht, das mache ich ein paar Jahre, doch dann wurden es immer mehr“, sagt Manfred Ruder schmunzelnd. Und es wurden mehr als zwanzig Jahre in denen er erfolgreich und mit großem Engagement als Unions-Boss fungierte. Neben der Jugendarbeit, waren für ihn der Rennsport der Senioren, der Breitensport und vor allem auch der Stehersport die wichtigsten Schwerpunkte seiner Arbeit. Die Radrennbahn am Reichelsdorfer Keller war für Manfred Ruder dabei stets das Zentrum bei der Nachwuchsarbeit seines Vereins. „ Nachdem es mit dem heutigen Straßenverkehr immer schwieriger und gefährlicher wird, mit den Schülern und Jugendfahrern auf der Straße zu trainieren, ist die 400m-Piste nach wie vor ideal für ein planmäßiges gutes Training“, betont der Radsportidealist, der bei Renn-Veranstaltungen „am Keller“ auch viele Jahre als Rennbahn-Sprecher fungierte.


Unter Ruder´s Regie entwickelte sich der RV Union ab 1987 vom mitleidig belächelten „Altherren-Club“ wieder zu einem der vielseitigsten und erfolgreichsten Radsportvereine in Bayern! Über die zahlreichen Erfolge des Union-Nachwuchses hat sich Manfred Ruder immer am meisten gefreut: „ Mit Bernd Wächter, Ingo Wolf, Norbert Ehrenberger, Gordon Leimeister, Patrick Jordan und etlichen anderen Fahrern hatten wir junge Talente, die zahlreiche bayerische und auch deutsche Meistertitel gewannen“. Auch an die Siege der Union-Steher Helmut Kiesel, Roland Renn, Dieter Terfrüchte, Axel Hassler, Ingo Wolf und Aurel Siegel und Felix Wolf denkt Manfred Ruder gerne zurück. Auch die Tatsache, dass sein jahrelanger Einsatz für den Radsport oft mit Stress und manchmal auch mit einigem Ärger verbunden war, verschweigt Manfred Ruder nicht. „Um das immer wieder schnell wegzustecken habe ich ja noch mein zweites Hobby“, verrät er verschmitzt. „ Seit über 30 Jahren züchte ich südamerikanische Zierfische und bin Mitglied im Fischzucht-Verein Flosse-Schwabach. Die Nervenkraft, die mich die Radler oft kosteten geben mir meine Fische immer wieder zurück!“.

Als Manfred Ruder 2007 den Vorsitz der Union an Katharina Hitz abgab, tat er dies nicht überraschend oder frustriert. „ Man muss die Aufgaben in einem Sportverein rechtzeitig an jüngere Mitglieder weitergeben“, sagt Manfred Ruder, der Katharina Hitz und auch Aurel Siegel in den letzten sechs Jahren weiter mit Rat und Tat zur Seite stand. Seit Januar dieses Jahres ist Manfred Ruder als zweiter Vorsitzender „rechte Hand“ der Union-Chefin Katharina Hitz. Derzeit bedrückt ihn vor allem ein großes Problem: „ Es ist inzwischen sehr schwer geworden Nachwuchs für den Radsport zu finden. Das hat meiner Meinung nicht nur mit dem viel diskutierten Doping der Radprofis zu tun, sondern vor allem auch mit der Tatsache, dass heute in den Schulen, den Gymnasien und bei der Ausbildung von den Jugendlichen immer mehr verlangt wird und der Druck für sie immer größer wird. Deshalb legen wir bei der Union sehr großen Wert darauf, dass die Jugendlichen den Radsport als „zweitwichtigste Sache“ neben Schule und Ausbildung betreiben“.

Manfred M a r r