Kurt Eber wird 70

Kurt Eber der „dienstälteste“ Radsportfunktionär der Region wird 70

Seinen 70. Geburtstag hat Kurt Eber nicht zuhause sondern bei der „DM-Revanche“ der Steher am Reichelsdorfer Keller gefeiert. Entsprechend groß war die Zahl der Gratulanten, denn der gebürtige Nürnberger ist inzwischen „Dienstältester“ unter den Radsport-Funktionären der Region. Seit rund 35 Jahren ist Kurt Eber in vielen Bereichen für den Radsport-Bezirk Mittelfranken, den „Verein-Sportplatz“ und bei der alljährlichen Bayern-Rundfahrt unermüdlich im Einsatz!

Kurt u. Hanne Eber bei der Bayern-Rundfahrt

„Zum Radsport kam ich 1956 durch einen Arbeitskollegen“, erzählt Kurt Eber, der sich als 14-Jähriger dem RV Union 1886 anschloss. „ Große Siege konnte ich zwar nicht feiern, doch eines habe ich bis heute nie vergessen, wie schwer der Radrennsport auch für Jene ist, die nicht im Rampenlicht stehen“, sagt Kurt Eber, der weiß, welch große Opfer Radsportler bringen muss. „Für Jugendliche gibt es heute jede Menge viel angenehmerer Freizeitbeschäftigungen als die ständige Quälerei auf der Rennmaschine. Ich habe deshalb großen Respekt vor jedem jungen Radsportler“. Ebenso großen Respekt hatten und haben bis heute auch alle Rennfahrer vor dem verdienten Funktionär, der viele Jahre als Kampfrichter-Obmann des Bezirks Mittelfranken im Einsatz war und dabei auch in turbulenten und umstrittenen Rennsituationen nie die Übersicht und die Nerven verlor. Das hat auch Ewald Strohmeier, den Gründer und Chef der Bayern-Rundfahrt schon vor dreißig Jahren so sehr beeindruckt, dass er den Franken in sein Team holte. 1982 war Kurt Eber Gründungsmitglied des „RSV-Bayern-Rundfahrt“, der die fünftägige Großveranstaltung bis heute erfolgreich organisiert und durchführt“. Eine Woche seines Urlaubs opferte er ab 1983 jährlich für die Bayern-Tour, bei der im Begleitfahrzeug täglich dem rasenden Feld abwechselnd voran oder hinterher brauste um die begehrten Wertungspunkte bei spannenden Berg- und Sprintwertungen zu notieren. Kurt Eber´s Etappen-Finale war auf den letzten Kilometern oft stressiger als das der Rennfahrer, denn bei ihrer Zielankunft saß er längst wieder als Kampfrichter auf dem Zielwagen. „Das war oft schon sehr hektisch, doch Spaß hat es mir immer gemacht“, erzählt Kurt Eber, dessen Ehefrau ebenso begeistert wie er als Kampfrichterin im Einsatz war. “Hanne war stets mit dabei und hat wo immer jemand gebraucht wurde mitgeholfen und mitgearbeitet“. So auch bei Kurt Eber´s „ gefährlichsten“ Einsätzen, als er bei der Bayern-Rundfahrt rund 20 Jahre als Schatzmeister fungierte. Als der „Mann mit dem Koffer“ - wie Kurt Eber damals scherzhaft genannt wurde - trug er seinerzeit nicht nur eine sehr große Verantwortung sondern täglich auch das gesamte Bargeld der Rundfahrt bei sich! „ Das wäre heute völlig undenkbar. Vor dem Rundfahrt-Beginn musste ich alljährlich etwa 100 000 DM in bar abheben und davon unterwegs die Hotels, die Prämien, die Preis-Gelder und vor allem alle Benzinkosten der Rundfahrt-Fahrzeuge bezahlen und abrechnen. Der berühmte kleine Geldkoffer lag sicherheitshalber nachts bei mir im Bett“, erinnert sich Kurt Eber schmunzelnd. Für Rundfahrt-Chef Ewald Strohmeier war Kurt Eber in jenen Jahren der wichtigste seiner vielen Mitarbeiter, wie er noch heute betont: „ Kurt war für uns ein absoluter Glücksfall. Er war stets die Zuverlässigkeit in Person!“
Neben seinen Einsätzen bei der Bayern-Rundfahrt und als Kampfrichter bei hunderten von Rennen war Kurt Eber auch acht Jahre lang zweiter Vorsitzender des Radsportbezirks Mittelfranken und damit die „rechte Hand“ des unvergessenen Schwabachers „Mecki“ Wagner. Dass Kurt Eber seit Jahren auch beim „Verein-Sportplatz“ als Kassier die Finanzen verwaltet ist kein Zufall. „ Einen besseren Mann dafür könnten wir gar nicht finden“, weiß Nürnbergs Rennbahnchef Andreas Zentara, der dem Ehrenmitglied herzlich gratulierte und hofft, dass Kurt Eber dem fränkischen Radsport noch viele Jahre die Treue hält!

Kurt Eber und Andreas Zentara

Manfred M a r r