Herpersdorfer Ex-Meister Horst Duschl 75 Jahre

Seinen 75. Geburtstag feierte am 25. November der dreifache deutsche Ex-Meister Horst Duschl. Der Jubilar, der als 14-Jähriger beim RC Herpersdorf mit dem Radsport begann, zählte als erfolgreicher Allrounder viele Jahre zur deutschen Spitzenklasse. Als Straßenfahrer, als Steher und im Cross-Sport stand Horst Duschl 1957, 1958 und 1968 dreimal als Deutscher Meister auf dem Treppchen. „Für mich war es die schönste Zeit meines Lebens, die ich nie vergessen werde“, schwärmt der Altmeister, der rund dreißig Jahre lang begeistert und erfolgreich im Rennsattel saß.

Mit 18 Jahren holte Horst Duschl 1957 bereits seinen ersten DM-Titel als Amateur

„Mein Vater war Gründungsmitglied des RC Herpersdorf, da war es selbstverständlich dass ich in seine Fußstapfen steigen wollte“, erzählt Horst Duschl, der als Jugendfahrer sofort von Sieg zu Sieg eilte. Fast hätte er bereits mit 17 Jahren seinen ersten Deutschen Meistertitel errungen. Bei der Straßen-DM 1956 fuhr Horst Duschl kurz vor dem Ziel aussichtsreich mit dem späteren Profi und Cross-Weltmeister Rolf Wolfshohl in einer vierköpfigen Spitzengruppe. „Ein Sturz auf den letzten 1000 Metern kostete mich dann jedoch eine ziemlich sichere Medaille“, erzählt Horst Duschl. „Als Elfter kam ich damals heulend ins Ziel, Rolf Wolfshohl gewann die DM. Das war für mich eine der bittersten Enttäuschungen in meinen vielen Radsportjahren. Seinen ersten „ganz großen Sieg“ feierte Horst Duschl in seinem ersten Amateurjahr 1957. Obwohl er zweimal mit Reifenschaden vom Rad musste, gewann der erst 18-Jährige nach 180 Kilometern in Schweinfurt den „Großen Fichtel & Sachs-Preis“. Dieser sensationelle Sieg war der Grund dafür, dass man ihn als Jüngsten in die A-Mannschaft des RC Herpersdorf aufnahm. Zusammen mit Bert Stern, Heinrich Hofmann, Fritz Mehl, Hans Gömmel und Hubert Reusch fuhr Horst Duschl in Augsburg Tagesbestzeit und holte sich damit seinen ersten Deutschen Meistertitel, den er mit der Mannschaft des RC Herpersdorf 1958 erfolgreich verteidigte! Als „eines der schönsten Rennen“ seiner langen Karriere bezeichnet Horst Duschl die Deutsche Meisterschaft der Amateursteher, die er 1968 in Bamberg gewann. Bis 1974 war Horst Duschl, der 1972 Dritter der Steher-DM wurde, neben seinem Bruder Gerhard und Horst Gnas erfolgreicher und beliebter Lokalmatador „am Keller“. Während andere Fahrer alljährlich die Winterpause genossen, war Horst Duschl begeistert im Gelände unterwegs. Bei den „Querfeldein-Rennen“ - wie man damals die Cross-Rennen nannte - zählte er bald zur deutschen Spitzenklasse. Fünfmal gewann er die Bayerische Meisterschaft, sechsmal fuhr er bei der Deutschen Cross-Meisterschaft unter die ersten Zehn. Es hat immer Spaß gemacht, auch im Winter dabei zu sein“, sagt Horst Duschl, der auch als Senior noch viele Jahre erfolgreich im Sattel saß.

Altmeister Karl Kitttsteiner Horst Duschl und Betreuer Kurt Schäfer

Die Steher- und die Cross-Rennen am Reichelsdorfer Keller verfolgt Horst Duschl, der sehr oft mit dem Fahrrad unterwegs ist, noch immer begeistert. Seit vielen Jahren hat der Jubilar allerdings ein zweites ganz großes Hobby. Neben seinen Radsport-Pokalen stehen zahlreiche weitere Pokale, die er als erfolgreicher Brieftauben-Züchter gewann.“ Man hat zwar immer reichlich zu tun, doch die Arbeit mit meinen Tauben macht mir auch sehr viel Freude“, sagt der Ex-Meister, der als perfekter Handwerker sehr vielseitig und aktiv geblieben ist.

Manfred M a r r