Ex-Meister Klaus Buchholz wird 70

Mehr als 100 Siege – viele zweite Plätze - vier mal Deutscher Vize-Meister!

„Goletz - Buchholz“ , zwei Namen die man in der fränkischen Radsportszene auch nach mehr als 50 Jahren meistens noch gemeinsam erwähnt. Jürgen Goletz und Klaus Buchholz, die einst beim RC Herpersdorf mit dem Radsport begannen, zählten in den 1960er-Jahren als Deutsche Meister und mehrfache Bayerische Meister auf Bahn und Straße zur absoluten deutschen Spitzenklasse. Am 7. Oktober feierte Jürgen Goletz seinen runden Geburtstag, neun Tage später - am 16. Oktober - wird Klaus Buchholz 70 Jahre.

Herpersdorfer Asse Jürgen Goletz Klaus Buchholz 1960

„ Die tolle Kameradschaft, der enorme Ehrgeiz und die eiserne Disziplin die ich im Radsport erlebte, kamen mir mein ganzes Leben lang zu gute“, betont Klaus Buchholz, der von 1960 bis 1969 erfolgreich im Sattel saß. Ebenso wie Jürgen Goletz hat auch er nach erfolgreicher Teilnahme bei der Talentsuche „Erster Schritt“ seine große Liebe zum Radrennsport entdeckt. 1960 schloss er sich als 16-Jähriger der damaligen „Meisterschmiede“ des RC Herpersdorf an. Als ehrgeiziger Kämpfer zählte er bei den Junioren auf Anhieb zur bayerischen Spitzenklasse. Noch im gleichen Jahr gewann der talentierte Senkrechtstarter zusammen mit Jürgen Goletz, Siegmar Naujoks und Horst Schmidt in Berlin den Deutschen Mannschafts-Meistertitel der Junioren über 50 Kilometer! Ein sensationeller Einstand für den jungen Radsport-Neuling, der ihn noch mehr motivierte. Als Amateur stand Klaus Buchholz in den folgenden Jahren bei Bahn-, Straßen- und Rundstreckenrennen mehr als 100-mal als Sieger auf dem Treppchen, obwohl ihm sehr oft das letzte Quäntchen Glück fehlte. So auch bei den damals berühmten Straßen-Klassikern „Rund in Berlin“ und beim „Tucher- Preis“ des RC Herpersdorf, bei denen er knapp geschlagen Zweiter wurde. Auch bei den deutschen Mannschafts-Meisterschaften schrammte er mit dem Team des RC Herpersdorf mehrfach sehr unglücklich nur ganz knapp am DM-Titel vorbei: „ Es war wie verhext. Insgesamt wurde ich viermal deutscher Vize-Meister“, erzählt Klaus Buchholz.

Bei der Straßen-DM 1964 in Schweinfurt, die Jürgen Goletz gewann, war Klaus Buchholz, der unermüdlich attackierte, einer der aktivsten Fahrer. Nach einer brutalen Hitzeschlacht über fast 200 Kilometer verpasste er am Ende als Vierter knapp die Bronzemedaille. Trösten konnte sich Klaus Buchholz eine Woche später, als er in Lüttringhausen die offizielle international besetzte „DM-Revanche“ vor dem späteren Profi-Weltmeister Jan Raas aus Holland gewann! Als erfolgreicher Nationalfahrer und Sechster der deutschen Amateur-Rangliste durfte sich Klaus Buchholz 1964 berechtigte Hoffnungen auf eine Teilnahme beim Olympischen Straßenrennen in Tokio machen. Beim entscheidenden letzten Auswahlrennen gegen die Asse der „DDR“ hatte er jedoch rabenschwarzes Pech. „Nach zwei Reifenschäden fiel ich aussichtslos zurück“, erinnert sich Klaus Buchholz an die wohl größte Enttäuschung seiner Karriere. Nach der Unterbrechung durch seinen Bundeswehrdienst und einen sehr schweren Sturz beendete er 1969 schweren Herzens seine zehnjährige Radsportkarriere um sich ganz seinem Beruf und dem Aufbau einer eigenen Werbe-Agentur zu widmen. Ehrenamtlich war Klaus Buchholz jedoch noch viele Jahre als erfahrener Trainer und Betreuer für den hoffnungsvollen Herpersdorfer Nachwuchs im Einsatz. Im Sattel seiner Rennmaschine sitzt der agile Altmeister, der häufig die Tour de France und den Giro d´ Italia besucht, noch immer regelmäßig. Von den schweren Hochgebirgsetappen der großen Rundfahrten hat er in den vergangenen Jahren viele mit dem Rad absolviert. “Zwischen drei- und viertausend Kilometer fahre ich etwa jedes Jahr. Etwas Schöneres als mit Freunden und ehemaligen Sportkameraden gemeinsam zu strampeln gibt es doch gar nicht!“, schwärmt der noch immer sehr sportliche Jubilar.

Buchholz-Sieg am Schwabacher Stadtpark 1964

Manfred M a r r