Zweifacher Stehermeister Klaus Burges wurde 65

Klaus Burges, der bis heute erfolgreichste Radsportler des Tourenklubs Schwabach, feierte am 28. August seinen 65. Geburtstag. Als vielseitiger Jugendfahrer, Junior und Amateur war Klaus Burges einst auf Bahn und Straße erfolgreich. 1975 und 1977 gewann er die Deutsche Stehermeisterschaft. Zweimal stand er als Dritter der Deutschen Vierer-Meisterschaft über 100km auf dem Treppchen, achtmal als bayerischer Meister. Am meisten gefreut hat er sich allerdings über seinen „schönsten Sieg“, den er schon 1963 als 15-jähriger B-Jugendfahrer errang: „Zusammen mit Dieter Durst, der ein Jahr älter war, fuhr ich auf der Nürnberger ASN-Bahn bei der Mittefränkischen Zweier-Mannschaftsmeisterschaft der Amateure mit. Wir beide waren super drauf und ließen die Asse der Amateure damals locker stehen“.

Sein großes Talent für den Radsport hat Klaus Burges beim „Ersten Schritt“, dem damals sehr beliebten Rennen für Jedermann, entdeckt. Bei seinem ersten Start trat er so kräftig in die Pedale, dass er den Wettbewerb locker gewann. Nürnberg´s Altmeister Fritz Scheller nahm ihn danach sofort unter seine Fittiche. Beim Tourenklub Nürnberg entwickelte sich Klaus Burges sehr schnell zum Seriensieger beider Jugendklassen. „Mit 18 Jahren hatte ich schon so viele Siege errungen, dass mir einfach die Motivation fehlte“, erinnert sich Klaus Burges, der 1965 freiwillig zur Bundeswehr ging. Das Kapitel Radsport war für ihn damit abgeschlossen, zumal er sehr bald als begeisterter Sportkegler erfolgreich war.
„Nur durch Zufall kam ich 1972 zum Stehersport“, erinnert sich Klaus Burges. „Ich war Tanzen am Reichelsdorfer Keller, als ich von der Rennbahn die Motore der Schrittmacher hörte. Da schaute ich kurz neugierig rein“. Dabei traf Klaus Burges auf Toni Rottmann, der als Schrittmacher, Mechaniker, Funktionär und Betreuer unermüdlich im Einsatz war. Und Rottmann, der die früheren Qualitäten von Klaus Burges kannte, ließ nicht locker: “ Klaus Du wärst der ideale Mann für den Stehersport, das musst Du einfach probieren. Ich habe eine Stehermaschine für dich. Du wirst staunen wie gut das läuft“, lockte Toni Rottmann. Klaus Burges war damals zwar nicht so optimistisch wie Toni Rottmann, doch ein Versuch als Steher reizte ihn. „ Nach meinen ersten Fahrten hinter dem Motor war ich angenehm überrascht“, erinnert sich Klaus Burges, den dann sehr schnell wieder der alte Ehrgeiz packte. Als Mitglied des Tourenklubs Schwabach, der sich damals mit dem Rennsport der „RSG-Katzwang“ angeschlossen hatte, fuhr Klaus Burges mit dem Schwabacher Schrittmacher Manfred Höflich in nur zwei Jahren in die deutsche Spitzenklasse der Steher. 1975 gewannen beide unter riesigem Beifall am Reichelsdorfer Keller die Deutsche Meisterschaft! Auch auf der Straßenmaschine zeigte Klaus Burges blendende Form: Fünf Wochen nach der Steher-DM, fuhr der erfahrene Allrounder an der Seite der jungen Nachwuchs-Fahrer Friedrich von Loeffelholz, Dieter Flögel und Eugen Heim mit dem Straßen-Vierer der RSG-Katzwang, auf einen sensationellen dritten Platz der deutschen Vierer-Meisterschaft über 100 Kilometer! Der Stehersport blieb jedoch seine große Leidenschaft. Hinter dem Nürnberger Schrittmacher Dieter Durst fuhr Burges in den folgenden Jahren von Sieg zu Sieg. 1977 holte er sich in Saarbrücken seinen zweiten DM-Titel. Auch bei Weltmeisterschaften schlug sich Klaus Burges beachtlich: Zweimal war er Vierter, einmal Sechster und fast nebenbei holte er sich achtmal den Bayerntitel. Immer frustrierender empfand er damals jedoch die ständigen Wechsel seiner Schrittmacher. So alle zwei Jahre musste ich mich auf einen neuen Vordermann einstellen. Nach einem schweren Sturz hatte ich dazu mit 37 Jahren dann einfach keine Laust mehr“, erzählt Klaus Burges, der den Stehersport noch immer sehr aufmerksam verfolgt und dabei stolz feststellt: „ Wir hatten vor fast 40 Jahren noch nicht das heutige superleichte Material, doch unsere Rekord-Zeiten werden nur selten erreicht.“

Klaus Burges (mitte) bei der DM-Siegerehrung 1975 in Nürnberg

Im Sattel sitzt der gebürtige Nürnberger noch immer gerne. Allerdings häufiger im Sattel
eines Pferdes, als auf seinem Rad. „ Nach meiner Radsportlerkarriere habe ich zusammen mit meiner Familie bei Feystadt ein eigenes Gestüt aufgebaut“, erzählt Klaus Burges, der ebenso wie seine Tochter Kerstin jahrelang im Reitsport aktiv war. „Heute ist das Reiten für mich nur noch ein Hobby in meiner Freizeit“, betont Klaus Burges, der noch immer zehn Pferde in seinen Stallungen bei Freystadt stehen hat. Noch mehr als seine Rennmaschine und seine Pferde begeistert Klaus Burges allerdings die Musik. „ Ich habe fünfundzwanzig Jahre Tenorhorn gespielt. Seit sieben Jahren spiele ich Tuba im Blechblasorchester der Musikschule Nürnberg“, erzählt der vielseitige Ex-Meister, der es bedauert, dass er nie zu den Mittwochabendrennen am Reichelsdorfer Keller kommen kann: „Mittwoch ist Orchesterprobe, die möchte nicht versäumen. Wenn es klappt werde ich jedoch am Sonntag den 16. September zum letzten Steherrennen dieses Jahres kommen“.

Manfred M a r r