Stehermeister Florian Fernow war nicht zu schlagen

Lokalmatador Sebastian Körber überraschte sehr angenehm.

Der amtierende Stehermeister Florian Fernow war am Mittwochabend beim „Preis der Sparkasse“ am Reichelsdorfer Keller der überragende Mann. Der 31-jährige Berliner holte sich mit seinem Nürnberger Schrittmacher Peter Bäuerlein souverän den Sieg im großen Finallauf über 50 Kilometer. Platz zwei belegte in dem sehr schnellen Lauf, der mit einem Stundenmittel von 71,4 km/h gefahren wurde, der dreifache Deutsche Bergmeister Robert Retschke aus Aachen mit Schrittmacher Holger Ehnert vor dem Hürther Christoph Breuer mit Schrittmacher Gerd Gessler. Von den fränkischen Fahrern erreichten Sebastian Körber (Team Nutirixxion), Lasse Ibert (RC Wendelstein) und Christoph Schwerdt vom RC Herpersdorf den großen Endlauf in dem sie die Plätze fünf, sechs und acht belegten. Sieger des „Kleinen Finales“ über 30 Kilometer wurde Patrick Wolfrum aus Peitz vor dem dreifachen Junioren-Vize-Weltmeister Sascha Damrow (Gera) und dem Nürnberger Marcel Kuban ( RV Union 1886).

Sebastian Körber fuhr erstmals hinter Helmut Baur aus Singen

Trotz der hochsommerlichen Temperaturen zeigten die achtzehn Gespanne bereits in den beiden 30km-Vorläufen enormen Kampfgeist. Im ersten Vorlauf, den Robert Retschke vor Christoph Schwerdt gewann, belegten Ronny Freiesleben (Leipzig) und Ex-Meister Jan-Eric Schwarzer (Bielefeld) die nächsten Plätze. . Im noch schnelleren zweiten Vorlauf begeisterte Lokalmatador Sebastian Körber, der erstmals hinter Schrittmacher Helmut Baur aus Singen fuhr, die fränkischen Fans. Erst auf dem letzten Meter konnte ihn Christoph Breuer im rasanten Finish hauchdünn bezwingen und auf Platz zwei verweisen. Auch der schnelle Allrounder Lasse Ibert , der sich in dieser Saison intensiv dem Stehersport widmen will, zeigte mit Schrittmacher Thomas Ruder eine sehr gute Leistung, Ibert qualifizierte sich als Dritter knapp vor Florian Fernow, den Schrittmacher Peter Bäuerlein clever zurückhielt.
125 Runden – 50 Kilometer, eine relativ lange Distanz, die man in den letzten Jahren bei Steherrennen nur sehr selten fuhr, waren für die acht Finalisten eine echte Härteprüfung. Ex-Meister Mario Vonhof, der neue Beauftragte für den Derny- und Stehersport im Bund Deutscher Radfahrer (BDR), sagte dazu: „ Unsere Steher brauchen diese längere Distanzen unbedingt, wenn sie bei der Europameisterschaft vorne mitfahren wollen“. Kein Problem hatte damit Stehermeister Florian Fernow, der Breuer und Retschke, die sich vorher etliche heiße Duelle um die Führung lieferten, 30 Runden vor Schluss überrollte. Breuer der sehr früh seine Karten aufdeckte, fehlten am Ende die Reserven, als er in den letzten fünf Runden vergeblich versuchte Robert Retschke, von Platz zwei zu verdrängen. Eine sehr starke Leistung bot bei seinem ersten diesjährigen „Heimspiel“ Sebastian Körber. Nur eine sehr unglückliche Situation, in der es gefährlich eng wurde, als er an dem Leipziger Freiesleben und an Lasse Ibert zugleich vorbeiziehen wollte, brachte ihn aus dem Takt und von der Rolle. „Körber hat mich heute sehr angenehm überrascht. Ich denke ohne sein Pech wäre für ihn eventuell sogar Platz drei im großen Finale drin gewesen“, lobte Mario Vonhof den vielseitigen Wendelsteiner. Auch für Lasse Ibert und Christoph Schwerdt fand Mario Vonhof lobende Worte. „Schon ihre Endlaufteilnahme ist ein Erfolg, der beweist, dass beide zielstrebig auf dem Weg nach oben sind“. Als „ziemlich sichere Kanditaten“ für die EM-Teilnahme sieht Mario Vonhof nach dem zweiten Qualifikations-Rennen derzeit Florian Fernow und Robert Retschke. „ Auch Christoph Breuer ist noch immer ein heißer Anwärter und wenn Sebastian Körber bei der DM und beim letzten Quali-Rennen mit seiner heutigen Form an den Start geht, hat auch er eine reelle Chance bei der EM Ende August mit dabei zu sein".

Manfred M a r r

DM Florian Fernow war in blendender Form