Frankens Radsportler...

...hoffen auf positive Entscheidung

Nicht nur für den Stehersport ist die Bahn „ am Keller“enorm wichtig

Der Zustand der 109-jährigen Nürnberger Radrennbahn am Reichelsdorfer Keller ist alarmierend. Eine Renovierung des Bahnbelages wird immer dringlicher, um den Sportbetrieb zu aufrecht zu erhalten. Dem kleinen „Verein-Sportplatz“, der die Rennbahn 1904 erbaute und bis heute verwaltet, fehlen dazu die finanziellen Mittel. Frankens Radsportfans sind jedoch zuversichtlich seit Christian Vogel, der Fraktionschef der Nürnberger SPD, vor drei Wochen einen Antrag zur „Erhaltung einer Radrennbahn in Nürnberg“ an OB Ulrich Maly richtete. Darin schlug Vogel die Erstellung eines Konzepts vor „ mit dem Ziel auch in Zukunft den Steher-Radrennsport in Nürnberg zu ermöglichen“. In Erwägung gezogen wurde in Vogels Antrag nicht nur die dringend notwendige Sanierung der Piste, sondern auch „ der Neubau einer Radrennbahn an einen alternativ Standort“.

Bayerns älteste Sportstätte - schon 1904 volles Haus am Keller

Während der diesjährigen Europa-Meisterschaft der Steher, die im August „ am Keller“ stattfand, nutzte Bahnchef Andreas Zentara die Chance, den sehr zahlreich anwesenden Politikern seine Sorgen zu schildern. „ Die gesamte Anlage, die zuletzt 1967 renoviert und umgebaut wurde, ist inzwischen in einem extrem schlechten Zustand. Ohne umfangreiche Reparaturen ist das Ende der Bahn absehbar“, hatte Zentara auch Christian Vogel erklärt, der spontan versprach, sich für Bayerns älteste noch erhaltene Sportstätte einzusetzen. Dem Verein-Sportplatz geht es beim Erhalt der Rennbahn allerdings nicht ausschließlich um den traditionellen Stehersport, sondern um den gesamten Bahnradsport. „Für alle Radsportler in Nordbayern ist am Reichelsdorfer Keller die einzige Radrennbahn, auf der sie mit ihren Bahnmaschinen trainieren und ihre Wettbewerbe und Meisterschaften austragen können. Es gibt in ganz Bayern außer unserer Bahn leider nur noch in Niederpöring und in Augsburg zwei weitere kleine Pisten“, sagt Berhard Wächter, der Bahnfachwart des Bayerischen Radsportverbandes. Für mehr als einhundert Deutsche Meister der fränkischen Radsportvereine war die traditionelle „Keller-Bahn“ in den letzten sechs Jahrzehnten ein wichtiger Trainingsort - sie ist es noch immer, auch für die aktuellen Junioren-Weltmeister Anna Knauer aus Weißenburg und Manuel Porzner aus Ansbach. Auch Stefan Storck, Bayerns LV-Schülertrainer, könnte sich seine umfangreiche und erfolgreiche Arbeit ohne die Nürnberger Piste gar nicht vorstellen. „ Gerade für unsere jüngsten Radsportler ist die Radrennbahn am Keller besonders wichtig. Deshalb hoffe auch ich sehr, dass man im Nürnberger Stadtrat einen Weg finden wird diese Sportstätte zu erhalten oder gleichwertig zu ersetzen“.

Manfred M a r r