Europameister Mario Birrer gewann die EM-Revanche

Bahnchef Andreas Zentara durfte aufatmen: Pünktlich um 18-00 Uhr konnte am Samstag, den 21. September die mit Spannung erwartete Europameisterschafts-Revanche der Steher am Reichelsdorfer Keller sogar bei Sonnenschein beginnen. Die treuen fränkischen Steherfans kamen bei drei spannenden und kampfbetonten Läufen über insgesamt 100 Kilometer noch einmal voll auf ihre Kosten. Punktgleich mit dem Deutschen Meister Florian Fernow (Berlin) gewann der Schweizer Europameister Mario Birrer die Gesamtwertung des Tages. Ausschlaggebend war der zweite Lauf über 40 Kilometer, den Birrer nach herrlichen Spurtrunden klar vor Fernow, den Sieger des 30km-Laufes, gewann. Im Nachwuchslauf über 75 Runden feierte Marcel Kuban (RV Union 1886 Nürnberg) mit Schrittmacher Johannes Fuchs einen verdienten Sieg.

Das heißeste Duell des Abends Birrer-Fernow

Bei einem donnernden Motorenspalier aller zehn Schrittmachermaschinen gedachten die Steher, Schrittmacher und die Zuschauer in einer Gedenkminute dem vor drei Wochen verstorbenen Sportleiter Horst Brom. „ Er fehlt uns nicht nur heute, mit ihm hat der Verein Sportplatz einen seiner unermüdlichsten Mitarbeiter verloren“, betonte Andreas Zentara vor dem Startschuss zum ersten Lauf, in dem die acht Fahrer sofort enormen Kampfgeist und viele spannende Positionskämpfe zeigten. Marcel Barth (Thüringer Energie-Team) und die beiden Schweizer Mario Birrer und Giuseppe Atzeni führten zunächst in hohem Tempo abwechselnd das Feld an. Die Vorentscheidung fiel jedoch erst zehn Runden vor Schluss, als der Deutsche Stehermeister Florian Fernow, von seinem Nürnberger Schrittmacher Peter Bäuerlein clever geführt, aus fünfter Position unaufhaltsam nach vorne stürmte. Nur Europameister Mario Birrer, der eisern die Führung verteidigte, konnte Fernow noch Paroli bieten. Buchstäblich auf dem letzten Meter gewann Florian Fernow das mitreißende Duell hauchdünn vor Birrer. Atzeni, Retschke und der fränkische Lokalmatador Sebastian Körber belegten die Plätze drei bis fünf.

Siegerehrung der EM-Revanche

Mit einem furiosen Blitzstart eröffnete Florian Fernow aus achter Position den 40km-Lauf. Innerhalb von nur vier Runden rollte der schnelle Berliner das gesamte Feld von hinten auf und übernahm resolut die Spitze. Während sich die beiden Schweizer Birrer und Atzeni noch zurück hielten, drückten nun auch Robert Retschke (Aachen) und Marcel Barth kräftig auf das Tempo. Zwanzig Runden vor Schluss führte Retschke vor Fernow und Birrer, der nun mit Schrittmacher Helmut Baur zu einem grandiosen Finale ansetzte. Der 33-jährige Basler war dabei nicht mehr zu bremsen. Mit rund 200 Metern Vorsprung gewann Birrer souverän den zweiten Lauf vor Fernow, Retschke und Atzeni und holte sich damit zugleich den Gesamtsieg des Tages.
Auch der gut besetzte Nachwuchs-Lauf über 30 Kilometer, zu dem neun Gespanne an den Start gingen, begeisterte die treuen Steherfans. Die drei fränkischen Favoriten Lasse Ibert (AAN-Racingteam/RC Wendelstein), Marcel Kuban (RV Union Nbg.) und Christoph Schwerdt (RC Herpersdorf) mussten bei extrem hohem Tempo sehr früh ihre Karten aufdecken. Die größten Reserven hatte in den letzten Runden des rasanten Laufes Marcel Kuban, der mit Schrittmacher Johannes Fuchs Sasha Damrow ( (Gera) und Marcel Bartsch (Berlin) sicher auf die Plätze verwies; zwei hoffnungsvolle Steherneulinge, die bei ihrem Debüt in Nürnberg einen sehr guten Eindruck hinterließen.

Kuban gewann vor Damrow und Bartsch den Nachwuchslauf

Ex-Meister Mario Vonhof (Schwabach), der als BDR-Beauftragter für den Derny- und Stehersport alle drei Rennen aufmerksam verfolgte, hatte für seine Schützlinge großes Lob parat: „ Unsere deutschen Steher sind heuer einen Schritt weiter nach vorne gekommen. Das Erfreulichste dabei ist die Tatsache, dass die Spitzenfahrer Fernow, Retschke und Barth nun eine toll harmonierende und funktionierende Truppe sind. Auch der fränkische Stehernachwuchs konnte sich weiter verbessern. Mit Marcel Kuban, der sich hervorragend entwickelt hat, mit Sebastian Körber und Lasse Ibert, die beide noch steigerungsfähig sind, haben wir drei Fahrer die gute Chancen haben in den nächsten Jahren noch weiter vorne dabei zu sein.“

Manfred M a r r