Europa-Meister Patrick Kos siegte

Europa-Meister Patrick Kos gewann den „Int. Herbst-Preis“

„Ich hätte meinen Titel in Zürich sehr gerne verteidigt, denn ich bin zur Zeit sehr gut in Form“, erklärte Europameister Patrick Kos vor dem Start zum „Internationalen Herbst-Preis der Steher“ am Reichelsdorfer Keller. Der 25-jährige Holländer hatte nicht zu viel versprochen: Nach zwei Läufen über insgesamt 70 Kilometer stieg er zusammen mit seinem Vater und Schrittmacher René Kos als strahlender Gesamtsieger des Tages auf das Treppchen. Patrick Kos gewann mit 14 Punkten knapp vor dem mehrfachen Schweizer Meister Peter Jörg und dem Hürther Christoph Breuer mit jeweils 13 Zählern. Im Nachwuchs-Lauf der Steher war Marcel Kuban (RV Union Nbg.) der überragende Mann. Er gewann nach 25 Kilometern verdient vor Robert Bickel (Prien) und Bernhard Wächter (RC Wendelstein).
Im ersten Lauf über 75 Runden/30km gaben zunächst die beiden Lokalmatadore Lasse Ibert (RC Wendelstein) und Felix Wolf (RV Union 1886 Nbg.) den Ton an. Vor allem Felix Wolf zeigte in den ersten 30 Runden als Spitzenreiter wenig Respekt vor den prominenten Top-Favoriten, die sich zunächst „einrollten“. Als dann jedoch Europameister Patrick Kos plötzlich an die Spitze stürmte waren die beiden Schweizer Peter Jörg und Giuseppe Atzeni schnell zur Stelle. Auch Christoph Breuer und Florian Fernow griffen nun in herrlichen Zweikämpfen in das Geschehen ein. Während Christoph Breuer nach heißen Duellen mit Peter Jörg, Patrick Kos und Atzeni den verdienten Laufsieg anpeilte, musste Pechvogel Florian Fernow mit einem Reifenschaden vom Rad. Der Deutsche Meister zeigte danach zwar noch sehr schnelle Runden, doch am Ende reichte es nur noch zu Rang sieben.

Patrick und René Kos holten den Gesamtsieg

Wesentlich schneller kamen die Steher-Asse im zweiten Lauf über 100 Runden/40km zur Sache. Der dreifache Europameister Giuseppe Atzeni und sein Schweizer Landsmann Peter Jörg hatten zunächst Christoph Breuer im Visier, der ebenso wie Florian Fernow nun gewaltig auf das Tempo drückte. Doch der blonde Berliner hatte am Sonntag nur Pech. Zwanzig Runden vor Schluss zeigte sein Nürnberger Schrittmacher Peter Bäuerlein einen Motorschaden an. Wieder musste der der Deutsche Meister unfreiwillig von der Rolle. Peter Bäuerlein konnte zwar innerhalb der Rundenvergütung die Schrittmachermaschine wechseln, doch Florian Fernow war sichtlich deprimiert, als er wieder ins Rennen ging. „ So etwas ist mir noch nie passiert. Gleich zwei Defekte hintereinander, das war heute wie verhext“, stöhnte der lange Berliner der nicht mehr in das mitreißende Finish eingreifen konnte, das sich seine schärfsten Rivalen in den letzten Runden lieferten. Die größten Reserven hatte dabei Europameister Patrick Kos, der sich mit nur zwei Metern Vorsprung des Sieg im zweiten Lauf vor Atzeni sicherte. Peter Jörg, Christoph Breuer und Robert Retschke folgten auf den Plätzen. Peter Jörg, der punktgleich mit Christoph Breuer den zweiten Platz in der Gesamtwertung erkämpfte, freute sich darüber ganz besonders. „ Für mich ist das heute ein sehr schöner Abschied“, sagte der 40-jährige Züricher, der in seiner langen erfolgreichen Karriere dreimal die Schweizer Derny-, fünfmal die Steher- und einmal die Scratch-Meisterschaft gewann.

Pechvögel F. Fernow u. P. Bäuerlein

Offiziell verabschiedet wurde als Schrittmacher auch der Schwabacher Rudolf Pühringer, der rund dreißig Jahre „am Keller“ im Einsatz war und weiterhin noch immer zu den zuverlässigen Helfern im Hintergrund zählt. Der Wolkersdorfer Funktionär Kurt Eber, der im August seinen 70. Geburtstag feierte, wurde für seine langjährigen Verdienste um den Radsport von Peter Streng, dem Vize-Präsidenten des Bundes Deutscher Radfahrer mit der Goldenen Ehrennadel des Bayerischen Radsport-Verbandes ausgezeichnet. „Engelein e.v.“ führte auch diesmal eine Tombola zu Gunsten krebskranker Menschen durch. Acht geheilte Kinder, die als Ehrengäste eingeladen waren, freuten sich sichtlich über eine gemeinsame Ehrenrunde zusammen mit dem Bayereischen Stehermeister Christoph Schwerdt und Bayerns Bahnfachwart Bernhard Wächter. Herzlichen Applaus gab es auch für die jüngsten Starter des Tages, die sich am „Ersten Schritt“ beteiligten und mit großem Ehrgeiz in die Pedale traten. Bahnchef Andreas Zentara konnte insgesamt ein sehr positives Fazit ziehen: „Es ging zwar offiziell nicht um den Titel, doch die Top-Favoriten der EM aus Holland, der Schweiz und aus Deutschland haben heute wieder großartigen Stehersport geboten. Es war ein rundum gelungener Saisonabschluss“.

Manfred M a r r

Siegerehrung Int. Herbst-Preis