Bahnsport2010 Rückblick

Neuer Fachwart sorgte für Aufwind im Bahnsport Mittelfrankens
2010 gab es am Reichelsdorfer Keller 25 Renntermine und rege Teilnahme

Bahnfachwart Bernhard Wächter

Reichelsdorfer Keller - „Mit der diesjährigen Bahnsaison dürfen wir durchaus zufrieden sein. Im Vergleich zu den Vorjahren, hat sich Einiges bewegt. Der Stehersport hat einen erfreulichen Aufschwung genommen und mit dem ´Radsport-Duschl-Cup´, der bei den Mittwochabend-Rennen erstmals zur Austragung kam, wurde ein zusätzlicher Anreiz geschaffen“, sagt Bernhard Wächter. Der 31-jährige Nürnberger – einst Vize-Eropameister im Zweiermannschaftsfahren der U23 – konnte als neuer Bahnfachwart Mittelfrankens eine sehr positive Bilanz ziehen. Von April bis September fanden sechs Veranstaltungen mit Stehern statt und rund fünfzig Fahrer aus zwölf Vereinen beteiligten sich bei neunzehn Abendrennen an den Wettbewerben der Amateure, der U19, der U17, U15 und U13-Klasse!

Selbst Bahnfachwart Bernhard Wächter, der sich 2009 dem AAN-Racingteam des RC Wendestein anschloss, stieg nach einer Rennpause von sieben Jahren wieder in den Sattel. Und das nicht nur, um seine gute Kondition zu beweisen: „ Wenn man mitfährt, kann man die Leistungen der einzelnen Fahrer noch besser beurteilen“, betont Wächter. Dies scheint auch die Devise von Jan Puschmann und Christoph Schwerdt zu sein, die seit dieser Saison beim VfR Herpersdorf als 1. Vorsitzender und Sportleiter im Einsatz sind und zugleich noch selbst auf Bahn und Straße starten. „ Ich denke, dass unser Verein davon profitiert und dass der nötige Kontakt zu den Fahrern und den Funktionären der anderen Vereine noch besser wird, wenn ich bei den Rennen nicht nur als Zuschauer dabei bin“, sagt der 35-jährige VfR-Boss Puschmann, der in der Jahres-Gesamtwertung der Amateure immerhin noch Rang acht belegte.

Gesamtsieger Duschl-Cup 2010

Den Gesamt-Sieg in der Eliteklasse ließ sich Christoph Schwerdt als vielseitigster Allrounder nicht nehmen: Schwerdt gewann den „Radsport-Duschl-Cup“ mit 183 Punkten vor Felix Janetschke (AAN-Racingteam/RC Wendelstein) mit 174 und dem überraschend stark fahrenden Neuling Lasse Ibert (RV Union Nürnberg) mit 157 Punkten. Jan Wälzlein vom VfR Herpersdorf holte sich die Gesamtwertung in der Juniorenklasse U19 vor Johannes Sämann von der RSG Ansbach und Gabriel Ossyra vom TSV Werneck. Für einen Doppelsieg der RSG Lauf sorgten bei den Jugendfahrern U17 Tobias Ochsenhkühn und Jonas Waedt vor Manuel Jordan vom RV Union 1886 Nürnberg. Die gemeinsame Wertung der Schüler U15 und U13 gewann Juri Fischer (U15/ RMV Concordia Strullendorf) vor dem Herpersdorfer Michael Schübel, der sich als bester Teilnehmer der U13 souverän den zweiten Platz erkämpfte. Michael Schübel gilt derzeit als größte Nachwuchshoffnung Mittelfrankens. Man wird sich seinen Namen merken müssen!

Trotz der erfreulichen Entwicklung bei den Amateuren hat Bahnfachwart Bernhard Wächter ein großes Problem: „ Es fehlt derzeit sehr deutlich an Schülern und Jugendlichen“. Das Defizit im Nachwuchsbereich will Bernhard Wächter mit einer neuen Initiative beheben: „ Wir werden künftig am Keller auch den Mountainbike-Sport mit einbinden. Das gesamte Rennbahn-Gelände soll langfristig zu einem vielseitigen Radsportzentrum werden“, plant Bernd Wächter in enger Zusammenarbeit mit dem „Verein-Sportplatz“ und mit dem MTB-Bezirks-Fachwart David Lischka vom RC Germania Weißenburg. Am 21./ 27. November sowie am 12. Dezember und 9. Januar sind „Schnuppertermine“ geplant für interessierte jungen MTB-Freaks. Bahnfachwart Bernd Wächter ist überzeugt, dass man damit wieder mehr Jugendliche für den Radsport insgesamt gewinnen kann.

Rasante Sprints am Keller

Neben der seit Jahren engen Zusammenarbeit mit der Augsburger und der Niederpöringer Radrennbahn will Bernhard Wächter künftig auch gute Kontakte zu Bahnen in Württemberg und Thüringen knüpfen. „ Von gemeinsamen Programmen werden alle Seiten profitieren“, betont der agile Funktionär, der sehr schnell erkannte, dass einzelne Rennbahnen den Bahnsport nur sehr begrenzt forcieren können. Wächters größter Wunsch für 2011 richtet sich an die Radsportvereine der Region: „ Um den Bahnsport noch intensiver und besser zu fördern brauchen wir noch mehr Engagement der einzelnen Vereine. Vor allem ehemalige Meister und erfolgreiche Fahrer sollten sich als Berater, Trainer und Betreuer der Jugendlichen zur Verfügung stellen“, fordert Bernhard Wächter, der sich in dieser Saison besonders über die Hilfe des Herpersdorfer Altmeisters Werner Löw freute: „ Mit 75 Jahren war Werner heuer bei allen Rennen mit Rat und Tat für die Jüngsten zur Stelle. Sein Beispiel sollte Schule machen. Mittelfranken war in früheren Jahren im bayerischen Bahnrennsport immer mit tonangebend. Dieses Niveau müssen wir wieder erreichen“, betont Bernhard Wächter, der seinem Ziel schon im nächsten Jahr näher kommen möchte: „ 2011 finden die Bayerischen Bahnmeisterschaften am Reichelsdorfer Keller statt, da möchte ich schon einige unserer Schützlinge auf dem Treppchen sehen!“