Stefan Schäfer holt seinen dritten Meistertitel

Derny-Neuling Friedrich Meingast war als Fünfter bester fränkischer Fahrer
Nach den beiden Meistertiteln im Madison und bei den Stehern holte sich der Cottbusser Stefan Schäfer am Samstag bei der Deutschen Derny-Meisterschaft am Reichelsdorfer Keller seine dritte DM-Goldmedaille dieser Saison! Der 29-jährige Allrounder, der für die Irschenberger Sportgruppe Maloja-Pushbikers startet, gewann den Endlauf über 100 Runden/40km mit seinem Nürnberger Schrittmacher Peter Bäuerlein souverän in 38:06 Minuten (63,157km7h!) vor Franz Schiewer (LKT Team Brandenburg/Schrittmacher Gerd Gessler und Christoph Schweizer (Team Bike AIS –Ride for Help / Schrittmacher Christian Dippel. Als bester fränkischer Fahrer überraschte Friedrich Meingast (RC Herpersdorf/Schrittmacher Schwarz) mit einem sehr guten fünften Platz. Den „Kleinen Endauf“ über 3okm - um die Plätze elf bis sechzehn - gewann der erst 18-jährige Johannes Meier (RSV Irschenberg/Schrittmacher Bäuerlein) vor dem ältesten Teilnehmer Jan Puschmann (RC Herpersdorf/Schrittmacher Muschweck) und Benedikt Kendler ( (RSV 1895 Passau/Schrittmacher Gessler). Die beiden Lokalmatadore Sebastian Körber (RC Wendelstein/Schrittmacher Schwarz) und Marcel Kuban (RV Union 1886 Nürnberg/Schrittmacher Ruder) belegten hier die Plätze vier und fünf.

Schäfer-Bäuerlein greifgen Meingast-Schwarz unwiderstehlich an

Bereits in den beiden 25km-Vorläufen, die ab 13.00 Uhr bei sengender Hitze ausgetragen wurden, kamen die fränkischen Radsportfans voll auf ihre Kosten. Der Deutsche Stehermeister Stefan Schäfer und sein Schrittmacher Peter Bäuerlein verwiesen nach 63 Runden Robert Retschke, Achim Burkhart und Sascha Damrow locker auf die Plätze. Bayerns Stehermeister Thomas Steger, der sein erstes Derny-Rennen fuhr, schaffte als Fünfter die Qualifikation für das Finale. „ Damit habe ich wohl mein Ziel schon erreicht. Mehr ist da für mich als Derny-Neuling im Finale sicher nicht drin“, stellte Thomas Steger realistisch fest.

Den zweiten Vorlauf, der gut eine Minute langsamer gefahren wurde, gewann Christoph Schweizer vor Steher-Vizemeister Franz Schiewer, Nico Heßlich und dem Herpersdorfer Friedrich Meingast, der hinter dem Wendelsteiner Schrittmacher Frank Schwarz ebenso wie Steger sein erstes Derny-Rennen fuhr. Der Herpersdorfer Schrittmacher Oliver Muschweck, der mit Johannes Meier, dem jüngsten Teilnehmer der DM ins Rennen ging, war nach dem Vorlauf zurecht verärgert. „Wir lagen am Ende auf Platz fünf und wären für das Finale qualifiziert gewesen. Unser Einspruch erfolgte danach zwar zu Recht aber leider zu spät.“ Statt Meier wurde irrtümlich der Hannoveraner Hendrik Eggers als Fünfter gewertet und damit für das Große Finale eingetragen. Oliver Muschweck war ohnehin der Pechvogel des heißen DM-Tages. Im ersten Vorlauf streikte mehrfach seine Derny-Maschine. Ein großes Handykap auch für Jan Puschmann der mit Muschweck gute Chancen gehabt hätte das Große Finale zurreichen.

Während der Pause am Nachmittag, in der sich die Fahrer erholten und auf die beiden Endläufe vorbereiteten, kam der fränkische Radsportnachwuchs zum Zuge und anschließend sorgte Markus Balek für gute Unterhaltung. Schorsch Volkert und Heiner Müller, zwei legendäre „Meisterspieler“ des 1. FCN standen danach im Mittelpunkt eines Zuschauer-Quiz´. Für eine kräftige Geräuschkulisse sorgten die rund 100 Jahre alten Motorräder der „German-Wrecking-Crew“ und die „Piaggio-Bleistiner-Vorstellung mit Johannes Fuchs. Viele Preise gab es bei einer Tombola zu gewinnen, die „Engelein e-V.“ zu Gunsten krebskranker Menschen durchführte.

„Lieber heiß statt nass. Wir hatten heute auch mit Gewittern gerechnet“, sagte Bahnchef Andreas Zentara erleichtert, als ab 19.00 Uhr die beiden Endläufe planmäßig beginnen konnten. Youngster Johannes Meier fuhr im kleinen Endlauf ungefährdet einen verdienten Start-Ziel-Sieg entgegen. Für den Deutschen Juniorenmeister des Vorjahres war das allerdings nur ein schwacher Trost. “Lieber wäre ich natürlich die 40 Kilometer gefahren“. Wesentlich zufriedener zeigte sich Jan Puschmann. Der unverwüstliche Oldie, der vor wenigen Wochen seinen 40. Geburtstag feierte, strahlte als Zweiter viel mehr als der Laufsieger.

Deutschen Dernymeister 2015 mit Ex-WM Rainer Podlesch

Das mit Spannung erwartete große DM-Finale, zu dem Sebastian Brehm, der CSU-Fraktionsvorsitzende des Nürnberger Stadtrates, den Startschuss abgab, begann um 20.00 Uhr mit einem furiosen Blitzstart. Franz Schiewer, der aus erster Position ins Rennen ging, stürmte mit Stefan Schäfer und Christoph Schweizer, der zunächst wacker mithielt, unaufhaltsam an die Spitze. Verpasst hatten die frühe Vorentscheidung die beiden Mitfavoriten Achim Burkhart (Irschenberg), der Gewinner des Derny-Deutschland-Cups und Nico Heßlich (RSC Cottbus), der mit seinen Vater Lutz den prominentesten Schrittmacher hatte. Heßlich senior, in den 1980er-Jahren im Sprint einst vierfacher Weltmeister und zweifacher Olympia-Sieger, war am Ende über Platz sechs sichtlich enttäuscht. Das Duo Schiewer/Schäfer war einmal mehr nicht zu bremsen, wobei es 30 Runden vor Schluss plötzlich mehr nach einen Sieg des führenden Franz Schiewer aussah, nachdem Schäfer mit einem Reifenschaden vom Rad musste. Für den mehrfachen Deutschen Meister war dies jedoch kein Problem. Innerhalb der ihn zustehenden vier Runden, kehrte Schäfer von Peter Bäuerlein bravourös geführt, an seine Spitzenposition zurück, um dann zehn Runden später Schiewer brutal anzugreifen. Bei diesem letzten gewaltigen Schlusssprint musste dann auch Schiewer passen. „Stefan war heute einmal mehr klar der Beste“, lobte er nach dem rasanten Finale ziemlich erschöpft den neuen Meister. Über Platz drei durfte sich nach einem spannenden und erfolgreichen Duell mit Achim Burkhart der Aachener Christoph Schweizer freuen.

Peter Streng dankte Bahnchef Andreas Zentara

Mario Vonhof, der Beauftragte des Bundes Deutscher Radfahrer für den Steher- und Derny-Sport und BDR-Vize Udo Sprenger zeigten sich sehr zufrieden mit den gezeigten Leistungen: „ Für die Europameisterschaft in Hannover haben wir heute die drei Erstplatzierten und Achim Burkert als Ersatzmann nominiert“. Großes Lob für den Veranstalter hatte Peter Streng parat. Der stellvertretende Präsident des BDR dankte Bahnchef Andreas Zentara mit einem kleinen Geschenk für die perfekte Organisation und Durchführung der Deutschen Meisterschaft: „ Was der kleine Verein-Sportplatz mit seinen engagierten Mitgliedern heute erneut geleistet hat ist großartig und vorbildlich!“

Manfred M a r r