Heißeste Steherschlacht des Jahres

Bayerische Steher-Meisterschaft
Die im wahrsten Sinne des Wortes „heißeste Steherschlacht des Jahres“ lieferten sich am Reichelsdorfer Keller die Teilnehmer der Bayerischen Meisterschaft. In beiden Läufen über je 30 Kilometer dominierte erwartungsgemäß Thomas Steger (RV Union 1886 Nürnberg) mit einem Stundenmittel von fast 70km/h souverän die Konkurrenz. Der 29-jährige Nürnberger gewann mit Schrittmacher Thomas Ruder die Gesamtwertung verdient vor Sebastian Körber (AAN-Racingteam/RC Wendelstein) mit Schrittmacher Frank Schwarz und Marcel Kuban (RV Union 1886 Nürnberg) mit Schrittmacher Holger Ehnert.

„Für mich war das heute ein weiterer aufschlussreicher Formtest für die Deutsche Meisterschaft, die am nächsten Wochenende in Leipzig stattfindet“, sagte Thomas Steger, den die extreme Hitze kaum störte. „Wenn es in Leipzig ebenso gut läuft wie heute, könnte für uns wieder eine Medaille drin sein“, ergänzte Stegers Schrittmacher Thomas Ruder, der sofort nach dem Start erbarmungslos auf das Tempo drückte. Spannend war danach lediglich noch der harte Kampf um Platz zwei, den sich Sebastian Körber und Marcel Kuban lieferten. Dabei hatte Sebastian Körber in beiden Läufen die größeren Reserven, vor allem im zweiten Lauf in dem sich Körbers Vereinskamerad Roman Woda mit Marcel Kuban ebenfalls harte Duelle lieferte. „Das kostete mich einfach zu viele Körner“, stellte Marcel Kuban resigniert fest, der sich mit seinem Chemnitzer Schrittmacher Holger Ehnert trotzdem über die Bronzemedaille freute. Guten Grund sich zu freuen hatte als Vierter der Meisterschaft auch Jan Puschmann. Der 1. Vorsitzende des RC Herpersdorf ließ es sich nicht nehmen, auch an seinem 40. Geburtstag in den Sattel zu steigen. „ Ich hab´ heute Nachmittag schon ein bisschen zuhause gefeiert, dann bin ich hierher gefahren und nun muss ich zurück zu meinen Gästen“, erklärte der „verrückte“ Radsport-Oldie, für den die große Hitze überhaupt kein Problem war. Umso mehr hatten seine jüngeren Rivalen Christoph Schwerdt, Philipp Fleischmann (beide RC Herpersdorf) und Robert Bickel (RSV Prien) unter den tropischen Temperaturen zu leiden. „Das war heute einfach nicht mein Tag“, stellte Titelverteidiger Christoph Schwerdt zerknirscht fest, nachdem er vorzeitig vom Rad stieg.

„Ich muss alle Fahrer und ihre Schrittmacher bewundern, denn hier im Oval stand die Hitze förmlich und die Sonne knallte unbarmherzig“, sagte Bahnchef Andreas Zentara, der die fränkischen Radsportfans zum „Tag der offenen Radrennbahn“ eingeladen hatte. Im Laufe des Nachmittags wurde den Besuchern bei flotter Musik der Band „Sudden Who“ bunte Unterhaltung und eine Tombola geboten. Ein ganz besonderer Augen- und Ohrenschmaus waren die historischen Indian- und Harley-Davidson-Motorräder sowie die schweren Maschinen der „Quadfreunde Bibertgrund“. Hautnah besichtigt werden konnten alle Schrittmacher- und Stehermaschinen, eine kleine Motorrad/Roller- und eine Fahrradausstellung. Bei den jüngsten Besuchern war ein erfrischendes Bad im Planschbecken der große Renner, bei allen die hoch hinaus wollten der weite Blick von einer 33m hohen Drehbühne der Firma Frankenlift.

Manfred M a r r

Siegerehrung der Bayerischen Stehermeisterschaft