"Großer Preis des Franken-Fernsehens"

Lokalmatador Thomas Steger siegte
In einem fulminanten Finish, das die begeisterten Steherfans von den Sitzen riss, gewann Thomas Steger (RV Union 1886 Nürnberg) den „Großen Preis des Franken-Fernsehens“. Nach 150 schnellen Runden flog der Nürnberger Lokalmatador auf dem letzten Meter buchstäblich an den Deutschen Meister Stefan Schäfer und Vize-Meister Franz Schiewer (beide Cottbus) vorbei. „ Super dass es am Ende doch noch geklappt hat“, freuten sich Thomas Steger und sein Schrittmacher Thomas Ruder, über die erfolgreiche DM-Revanche. Sieger im B-Lauf über 40 Kilometer wurde Stegers Vereinskamerad Marcel Kuban, der ebenfalls im Windschatten von Schrittmacher Thomas Ruder startete, vor Jan Puschmann (Radteam Herrmann/RC Herpersdorf) mit Schrittmacher Oliver Muschweck und Robert Bickel (RSV Prien) mit Schrittmacher Peter Bäuerlein.

Die Zuschauer bemerkten es bereits in den ersten Minuten. Nach seinem dritten Platz bei der Deutschen Stehermeisterschaft, die am letzten Wochenende in Leipzig stattfand, hatte sich Thomas Steger für sein „Heimspiel“ am Reichelsdorfer Keller besonders viel vorgenommen. Steger, der aus siebter Position gestartet war, stürmte bereits nach sieben Runden an den Wendelsteiner Sebastian Körber vorbei an die Spitze, die er in herrlichen Spurtrunden lange eisern verteidigte. Unter großem Beifall der rund 800 Zuschauer lieferte sich Steger dabei laufend mitreißende Duelle mit Marcel Barth (Gera), mit Robert Retschke (Aachen) und vor allem mit dem Deutschen Vize-Meister Franz Schiewer aus Cottbus, der 30 Runden vor Schluss mit Schrittmacher Gerd Gessler die Spitze vor Steger übernahm. Nun griff auch Stefan Schäfer, der sich lange clever zurückhielt, in das Renngeschehen ein. Von Schrittmacher Peter Bäuerlein perfekt geführt, brauste der Deutsche Meister unaufhaltsam bis auf Platz zwei nach vorne. Die Spannung stieg, als Schäfer und Schiewer auf den letzten sieben Runden verbissen um die Spitze kämpften. Für die große Überraschung des Tages sorgte dann jedoch auf den letzten zwei Runden das fränkische Gespann Steger/Ruder. Aus dritter Position kommend setzten die Lokalmatadore noch einmal alles auf eine Karte und überspurteten unter großem Beifall die beiden Cottbusser mit fast 100km/h noch kurz vor der Ziellinie. Wesentlich besser als bei der DM lief es bei der Revanche bei dem Aachener Robert Retschke. Der Vize-Meister des Vorjahres präsentierte sich in sehr guter Form, zeigte beachtliche Spurtrunden und lag zur Hälfte des Rennens sogar kurz an der Spitze. Rundengleich mit Steger, Schäfer und Schiewer belegte Robert Retschke mit Schrittmacher Holger Ehnert einen sehr guten vierten Platz.
„Der 60km-Lauf war ganz große Klasse“, urteilte Roland Renn. Der mehrfache Ex-Meister des RC Herpersdorf, der vor fast 30 Jahren den deutschen Stehertitel nach Franken holte, war vor allem vom neuen Nürnberger Lokalmatador begeistert. „ Wie Thomas Steger nach nur einem Jahr auf der Stehermaschine zu Recht kommt, perfekt steuert und reagiert ist erstaunlich und sehr viel versprechend“. Belohnt wurde Stegers Kampfgeist schon vor dem Finale: Auch die „Fritz-Neuser-Sprint-Prämie“, die in drei Wertung-Sprints ausgefahren wurde, ließ sich der Bayerische Meister nicht entgehen. Ebenso wie Roland Renn war auch der Herpersdorfer Altmeister Fritz Neuser, der beide Steherläufe aufmerksam verfolgte, restlos begeistert. „ Das war heute toller und spannender Stehersport, der mich an die großen Rennen zu meiner Zeit erinnerte“.

Auch der Nachwuchs zeigte viel Ehrgeiz am Keller

Begonnen hatte der vierte diesjährige große Renntag bei idealem Wetter und gutem Besuch zunächst leider mit einer Enttäuschung. Steherneuling Robert Förster - einst erfolgreicher Straßen-Sprinter der Profis - musste wegen einer Verletzung seine Teilnahme absagen. „ Das ist sehr schade, denn Robert Förster, der bei der DM als Vierter überraschte, hätte heute sicher gerne mitgemischt“, bedauerte Bahnchef Andreas Zentara, der ansonsten mehr als zufrieden war. „ In beiden Läufen kamen heute die Steherfans voll auf ihre Kosten. Spannender als im A-Lauf kann ein Steherrennen eigentlich gar nicht mehr sein. Die Jungs haben wirklich alles gegeben“. Nicht weniger ehrgeizig zeigte sich im Rahmenprogramm der talentierte Radsport-Nachwuchs der Region. Beim Kampf um den „Preis der Werbegestaltung Martina-Schwarz“ legten sich die Jüngsten kräftig ins Zeug. Die schnellsten Beine hatten Paul Keller vom RC Herpersdorf, Vincent Vonhof (Tourenklub Schwabach) und Alessandro Pfeiffer vom RC Wendelstein. Bei den Mädels siegten Lea Werzinger (RC Wendelstein) und Selina Bischof vom RC Herpersdorf.

Manfred M a r r

Ein echtes Herzschlag-Finale nach 150 Runden