Christoph Schwerdt triumphierte

Über gute Stimmung und guten Besuch durfte sich der „Verein-Sportplatz“ freuen, als er am Reichelsdorfer Keller zum dritten Mal einen „Tag der offenen Radrennbahn“ veranstalte. Für Interessierte bot sich wieder reichlich Gelegenheit, die technischen Feinheiten der Steher- und Schrittmachermaschinen kennen zu lernen. Bei flotter Musik der Band „Sudden WHo“ konnten die Radsportfans außerdem historische Renn-Motorräder der Baujahre 1914 bis 1921 bewundern, die mit lautem Donnern erstaunlich rasant durch die Steilkurven brausten. Unter den zahlreichen Gästen und Ehrengästen war auch Nürnbergs Oberbürgermeister Ullrich Maly, dem Bahnchef Peter Edelhäußer die Sorgen um den Erhalt der 111-jährigen Piste schilderte. Höhepunkt des gelungenen Nachmittags war die Bayerische Meisterschaft der Steher, bei der Christoph Schwerdt (Team Falk-Pantera-Marin) einen eindrucksvollen Start-Ziel-Sieg feierte. Der 29-jährige Wolkersdorfer verwies die beiden Nürnberger Marcel Kuban und Thomas Steger (beide RV Union 1886) sicher auf die Plätze.

Motorrad-Freaks auf heißen Oldtimern

Der Start zur Bayerischen Stehermeisterschaft musste zunächst wegen einsetzenden Regen um eine Stunde verschoben werden. Statt der geplanten zwei Läufe über je 30 Kilometer hatte man sich in Anbetracht drohender Wolken dafür entschieden, nur einen Meisterschafts-Lauf über 40 Kilometer durchzuführen. Trotz der längeren Distanz gingen die beiden Top-Favoriten mit einem brutalen Schnellstart in das Rennen. Die Vorentscheidung der Meisterschaft fiel dabei bereits in den ersten zehn Runden, als sich Sebastian Körber (AAN-Racingteam/RC Wendelstein) und Christoph Schwerdt ein erbittertes Duell lieferten, das die Zuschauer von den Sitzen riss. Die bessere Kondition und offensichtlich auch die besseren Nerven hatte im heißen Rad-an-Rad-Duell ganz offensichtlich Christoph Schwerdt, der von Schrittmacher Johannes Fuchs clever geführt, Körber die Führung abnahm. Während Körber sichtlich angeschlagen seinen Rhythmus nicht mehr fand, zog Schwerdt, dem Feld unaufhaltsam davon.

Siegerehrung der Bayerischen Stehermeisterschaft 2014

Bis zum Ende des schnellen Laufes konnten sich lediglich Marcel Kuban und Steher-Neuling Thomas Steger noch in einer Runde mit Schwerdt auf den Plätzen zwei und drei behaupten. Beide hielt Schwerdt jedoch auf sicherer Distanz stets gut im Auge. „Das war heute genau die richtige Taktik“, freute sich Christoph Schwerdt, der gehandikapt und sehr skeptisch an den Start ging, nachdem er am Freitag mit dem Mountainbike gestürzt war. Keinen Grund zur Freude hatte Sebastian Körber, der klar abgeschlagen Platz vier vor Jan Puschmann (RC Herpersdorf) und Patrick Jordan ( RV Union 1886 Nbg.) belegte.“ Nach dem harten Duell mit Christoph gleich in den ersten Runden, lief es heute einfach nicht mehr bei mir“, erklärte der Wendelsteiner Allrounder enttäuscht.

Manfred M a r r